Gewählt

In Israel inhaftierten Barguti im Zentralkomitee

11. August 2009, 09:47

Ex-Premier Korei ausgeschieden

Bethlehem - Der in Israel eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen fünffachen Mordes verbüßende Fatah-Führer Marwan Barguti (Barghouthi), der als beliebtester palästinensischer Politiker gilt, ist auf dem ersten Kongress der Palästinenserorganisation seit zwanzig Jahren in das Fatah-Zentralkomitee gewählt worden. Der frühere palästinensische Regierungschef und Parlamentsvorsitzende Ahmed Korei (Abu Ala) wurde nach Angaben von Delegierten in Bethlehem nicht mehr in das Führungsgremium gewählt.

Barguti war im April 2002 von der israelischen Armee verhaftet worden, obwohl er als Mitglied des palästinensischen Parlaments Immunität beanspruchen konnte. Bei den palästinensischen Parlamentswahlen im Jänner 2006 war er in Ramallah symbolisch auf den ersten Platz der Fatah-Liste gesetzt worden. Mehrere israelische Minister hatten sich für einen Austausch Bargutis gegen den im Gaza-Streifen festgehaltenen israelischen Soldaten Gilad Shalit ausgesprochen.

Nur vier der 18 auf dem Kongress gewählten Mitglieder des Zentralkomitees gehören noch der "alten Garde" um Präsident Mahmoud Abbas an. Der frühere Fatah-Sicherheitschef im Westjordanland, Jibril Rajoub, sprach von einem "Schlag gegen eine Führung, die die Bewegung viel zu lange monopolisiert hat".

In ihrem neuen Programm hat sich die Fatah für Widerstand mit allen Mitteln gegen die israelische Besatzung ausgesprochen. Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak sagte am Sonntag, die Rhetorik und die Positionen der Fatah-Delegierten sei "schlimm und für uns inakzeptabel". Außenminister Avigdor Lieberman sagte, das Programm begrabe alle Chancen auf eine umfassende Einigung mit den Palästinensern in den kommenden Jahren.

Die 1958 von Yasser Arafat im Exil in Kuwait gegründete Fatah ist die mit Abstand stärkste Fraktion innerhalb der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), in der die rivalisierende radikalislamische Hamas, die den Gazastreifen beherrscht, nicht vertreten ist. Die palästinensischen Parlamentswahlen vom Jänner 2006 gewann die Hamas mit absoluter Mehrheit. Im Juni 2007 wurde die Fatah nach einem blutigen Machtkampf aus dem Gazastreifen vertrieben. (APA/AFP)

harhar
21
11.8.2009, 21:58
In Europa auch möglich?

Na toll.
Ein fünffacher Mörder wird in ein Parlament gewählt.
Sind fünf Morde für die Palästinenser normal, wenn sie von einem Organisationsmitglied begangen werden?
Ja, das ist anscheinend islamistische Demokratie.

Mark Sass
00
12.8.2009, 11:02
Israel diffamiert, inhaftiert und tötet

jeden aufstrebenden Politiker des Gaza Streifens/ Westjordanlandes um eine potentielle politische Stabilität zu untergraben! Das ist gängige Praxis und kein Geheimnis also sparen Sie sich ihre geheuchelte Empörung!

Zur Person Barghuti: Zwischen der Propaganda und der Realität liegen Welten-> http://derstandard.at/fs/125000... scher-Haft

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