Internationale Unis forcieren Lehr-Webcasts

11. August 2009, 09:33
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Open-Source-Projekt erarbeitet automatisierte Software-Plattform - Insgesamt 13 Hochschulen aus acht Ländern beteiligen sich nun an Opencast Matterhorn

Eine internationale Gruppe von Universitäten hat im Rahmen von Opencast mit "Opencast Matterhorn" ein Projekt in Angriff genommen, um das Webcasting von Lehrinhalten zu erleichtern. "Ziel ist ein Software-Framework, das die vielen kleinen Einzelprodukte und Speziallösungen der Hochschulen ablöst", erklärt Andreas Knaden, Geschäftsführer am Zentrum für Informationsmanagement und virtuelle Lehre (virtUOS) der Universität Osnabrück.

Leichter zugänglich und günstiger

Eine Automatisierung aller Prozesse von der Planung bis zur Online-Publikation auf Plattformen wie YouTube oder iTunes soll Lehr-Webcasts für Universitäten leichter zugänglich und günstiger machen. Außerdem wird bei Opencast Matterhorn Wert darauf gelegt, dass das System zu verschiedensten Videoformaten kompatibel ist. Webcasts für die Lehre werden immer populärer. "Hochschulen wollen ihre akademischen Ressourcen Studenten und Lernenden weltweit bereitstellen, werden daran aber derzeit durch hohe technische Barrieren und Kosten gehindert", sagt jedoch Matterhorn-Projektdirektorin Mara Hancock, Director of Educational Technologies an der University of California (UC) in Berkeley.

Neue Opne-Source-Plattform

Insgesamt 13 Hochschulen aus acht Ländern beteiligen sich nun an Opencast Matterhorn, um durch die neue Open-Source-Plattform Abhilfe zu schaffen, die nach Angaben der UC Berkeley im Sommer 2010 bereits laufen soll. Ein wesentlicher Schwerpunkt ist dabei die einfache Anwendung des Systems. "Die Prozesse Vorbereitung, Aufnahme, Postproduktion und Nutzung von AV-Aufzeichnungen an Hochschulen sollen durch das Framework nahtlos unterstützt werden", sagt Knaden. Dabei will man durch die Unterstützung einer breiten Formatpalette die Kompatibilität zwischen Eingang und Ausgang sowie verschiedenen Hochschulen sichern. "Es geht auch darum, Vorlesungen möglichst flexibel auf vielen unterschiedlichen Plattformen von YouTube bis zu Eigenentwicklungen bereitstellen zu können", betont Knaden.

Anpassungsfähigkeit

Allgemein strebt man damit an, dass das neue Werkzeug sehr gut an die unterschiedlichen Geschäftsprozesse und technologischen Gegebenheiten verschiedener Hochschulen angepasst werden kann. "All das klingt vielleicht banal, ist aber in der Praxis bislang nicht umgesetzt worden", sagt Knaden. In Osnabrück sei man mit der lokalen Entwicklung sogar relativ weit. "Bei uns gibt es für einige wenige Formate wenigstens eine halbwegs automatisierte Prozesskette", so der Wissenschaftler. Doch Opencast Matterhorn verspricht auch für die Universität Osnabrück neue Möglichkeiten. Zum einen mangle es noch an Formatvielfalt so Knaden. "Außerdem sind derzeit immer noch zu häufig händische Eingriffe nötig. Das kostet Personal, das andere Dinge sinnvoller tun könnte", meint er abschließend.(pte)

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    Webcasts für Universitäten sollen leichter werden.

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