Social Networks bilden Nachhaltigkeits-ExpertInnen

11. August 2009, 09:18
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UNO-Tag der Jugend steht im Zeichen der Umwelt - Jugendliche derzeit in schwieriger Zeit

Jugendliche sind aufgrund ihrer vernetzten Kommunikationsform und ihrer alltäglichen Lebensführung Vorbilder der Nachhaltigkeit. Das betont UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon anlässlich des Internationalen Tags der Jugend am Mittwoch, der unter dem Motto "Nachhaltigkeit: Unsere Herausforderung. Unsere Zukunft" steht.

Situation ist schwierig

Die Situation der heutigen Jugend sei schwierig, so die Analyse des UNO-Vorsitzenden. Einerseits seien Jugendliche Leidtragende der aktuellen Wirtschaftskrise, da sie besonders häufig von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Andererseits würden sie die Bürde der derzeitigen Klimawandels tragen. Für das anstehende Klimaabkommen bezeichnet er die Jugend als "wichtige Partner einer nachhaltigen Entwicklung" und hofft auf entsprechende Impulse. Jugendforscher und Pädagogen fordern hingegen mehr öffentliche Wahrnehmung und Unterstützung für nachhaltiges Handeln unter Jugendlichen.

Ein grüner und gesunder Lebensstil

Voll des Lobes über die Jugend ist Ki-Moon vor allem aufgrund ihrer oft beispielhaften Alltagsführung. "Sie verfolgen einen grünen und gesunden Lebensstil und verbreiten den innovativen Nutzen neuer Technologien, wie zum Beispiel bei mobilen Geräten oder in sozialen Netzwerken im Internet. Sie verdienen unsere volle Unterstützung dabei, Zugang zu Bildung und zu einer angemessenen Gesundheitsversorgung, Arbeitsplätzen, finanzieller Unterstützung und vollen Zugang zu allen Aspekten des gesellschaftlichen Lebens zu erhalten." Der UNO-Generalsekretär verspricht, junge Menschen in ihrer Entwicklung zu unterstützen.

Nachhaltigkeit verwirrt

"Nachhaltigkeit zu fördern ist der vielversprechendste Weg in die Zukunft. Junge Menschen können uns diesen Weg zeigen." "Wenngleich der Begriff 'Nachhaltigkeit' Jugendliche verwirrt, sind sie für nachhaltige Themen wie Umweltschutz oder die soziale Gerechtigkeit extrem stark sensibilisiert." Das stellt Katrin Triebswetter vom Institut für Jugendforschung fest. Umwelthandeln geschehe vor allem im Alltagskonsum, da Jugendliche zunehmend fair gehandelte oder biologisch erzeugte Produkte erwerben und dies auch als politische Wahlentscheidung wahrnehmen.

Gegen Diskriminierung

"Jedoch auch im sozialen Bereich treten Jugendliche gegenüber Freunden und Bekannten gegen Diskriminierung und für einen respektvollen Umgang untereinander ein und werden etwa bei Armut, die sie im eigenen Alltag wahrnehmen, häufig selbst aktiv", betont Triebswetter. Ehrenamtliches Engagement, Vereinsmitgliedschaft oder die Teilnahme an Bürgerforen seien häufig genutzte Formen von nachhaltiger Aktivität. Kompetent für die Nachhaltigkeit ist die Jugend jedoch vor allem durch ihre Kommunikation, betont auch die Jugendforscherin. "Nachhaltigkeit im Handeln und in der Artikulation entwickeln Jugendliche immer öfter in den sozialen Netzwerken der neuen Medien, wie man bei Protestbewegungen oder SMS-Flashmobs im Zeichen einer guten Sache erkennt. Sie reagieren schnell und spontan, um etwa Solidaritätshandeln zu organisieren. Diese Chance gilt es zu sehen und zu nutzen."

Unter ihrem Wert verkauft

Allzu häufig werde der Beitrag der Jugend jedoch unter ihrem Wert verkauft. "Politiker und Medien bezeichnen Jugendliche oft als Retter der Zukunft oder als Leidtragende der aktuellen Entwicklung. Viel zu selten wird jedoch gezeigt, dass sich Jugendliche längst schon für die gute Sache engagieren. Projekte mit durchschlagendem Erfolg wie '72 Stunden ohne Kompromiss' erhalten viel zu wenig positive Berichterstattung." Jugendliche sollten deutlicher als politische Subjekte wahrgenommen werden, so das Plädoyer der Jugendforscherin.

Der Rahmen für Aktionen

"Auch im Schulbereich sind Jugendliche in Sachen Umwelthandeln aktiv", so Edith Weninger vom Forum Umweltbildung. "Interessierte Jugendliche lassen sich oft für entsprechende Projekte ansprechen, brauchen jedoch entsprechende Rahmen und Aktionen dafür. Eigene Initiativen brauchen entsprechende Unterstützung." Besonders ansprechbar für Nachhaltigkeit seien Jugendliche bei Bereichen ihres Lebensalltags wie etwa Mobilität, Ernährung und Freizeitgestaltung. "Jugendliche sind sehr flexibel und erfinderisch, sie haben weniger eingefahrene Denkmuster und entwickeln häufiger Visionen als Erwachsene." Im Laufen sind derzeit Aktionen, die Schüler stärker zur Selbsttätigkeit anregen sollen, daneben werden Schulprojekte mit Umweltbezug verstärkt gefördert.(pte)

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