Jackson-Autopsie beendet - Ergebnis geheim

11. August 2009, 06:40
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Richter gibt grünes Licht für Kinofilm und setzt Vormund für Kinder ein - "Tribute-Konzert" in Wien geplant

Los Angeles/Wien - Die Autopsie von Michael Jackson ist fertiggestellt, das Ergebnis wird aber noch geheim gehalten. Dies teilte die Gerichtsmedizin in Los Angeles am Montag (Ortszeit) nach Angaben der "Los Angeles Times" mit. Mit Rücksicht auf die polizeilichen Ermittlungen bleibe das Resultat der Untersuchungen vorerst unter Verschluss. Ein möglicher Termin für die Bekanntgabe der Todesursache des Popstars wurde nicht genannt.

Einem Zeitungsbericht zufolge wurde der "King of Pop" bereits heimlich auf dem Prominentenfriedhof Forest Lawn in Hollywood Hills beigesetzt. Bei der Bestattung sei auf jegliche Zeremonie verzichtet worden, Fans seien nicht in der Nähe gewesen, berichtete die britische Zeitung "Daily Mirror". "Michael ist schon zur letzten Ruhe gelegt worden, aber außer der Familie und dem Friedhofsmanagement kennt niemand die genaue Stelle", zitierte der "Mirror" eine nicht näher genannte Quelle aus dem Umfeld des Friedhofs.

Bei einer Anhörung am Montag gab ein Richter unterdessen grünes Licht für den geplanten Kinofilm über den "King of Pop". Gleichzeitig kündigte der Jurist an, dass er einen speziellen Vormund einsetzen wolle, der die finanziellen Interessen der drei Kinder des Sängers vertritt. Katherine Jackson, die Großmutter der Kinder, hatte kürzlich das Sorgerecht für Prince (12), Paris (11) und Blanket (7) erhalten.

Richter Mitchell Beckloff segnete einen Vertrag zwischen dem Columbia Studio, dem Konzertveranstalter AEG Live und Jacksons Nachlass über einen Filmdeal in Höhe von 60 Millionen Dollar (42,2 Mio. Euro) ab. Der Streifen mit dem Titel "This Is It" soll unter anderem Videomaterial von Jacksons letzten Konzertproben kurz vor seinem Tod enthalten. Einer Mitteilung des Studios zufolge werden auch Freunde und Kollegen des Popstars zu Wort kommen. Der abendfüllende Film soll am 30. Oktober weltweit anlaufen. Regisseur Kenny Ortega ("High School Musical"), der Jacksons geplante Comeback-Konzerte in London inszenieren sollte, werde den Spielfilm drehen, brachte das Filmblatt "Variety" kürzlich in Erfahrung.

"Tribute-Konzert" in Wien

Schauplatz der posthumen Verwertung der Marke Michael Jackson soll indes auch Wien werden. Rund um das Schloss Schönbrunn werde, die behördlichen Genehmigungen vorausgesetzt, voraussichtlich im September ein "Tribute-Konzert" für Jackson stattfinden, sagte Organisator Georg Kindel am Montag der APA. Parallel dazu sucht er auch mehrere Standorte für Übertragungen des Konzerts auf Großbildschirmen. (Die hierzulande dafür gebräuchliche Bezeichnung "Public Viewing" bedeutet im Amerikanischen übrigens "öffentliche Aufbahrung eines Leichnams", Anm.) Um die Konzertteilnehmer wolle sich Jacksons Bruder Jermaine persönlich kümmern, sagte Kindel. 85.000 Tickets sollen verkauft werden, ein "nicht unwesentlicher Teil" des Erlöses solle an karitative Einrichtungen gehen.

Ein von der Nachrichtenagentur Associated Press in London befragter Jackson-Fan zeigte sich enttäuscht darüber, dass das Tribute in Wien stattfinden soll. Ginge es nur um die imperiale Kulisse für den "King of Pop", könnte man das Konzert ohne weiteres in Großbritannien ausrichten. "Bei uns gibt es überall Schlösser", sagte der 42-jährige Londoner Peter Chowng. Jermaine Jackson hatte die Wahl von Schönbrunn damit begründet, dass sein Bruder Schlösser geliebt habe.

Jackson war am 25. Juni im Alter von 50 Jahren überraschend an einem Herzstillstand gestorben. Sein Privatarzt Conrad Murray steht im Verdacht, dem Sänger wegen dessen Schlafstörungen nur wenige Stunden vor seinem Tod das gefährliche Narkosemittel Propofol verabreicht zu haben. Gegen den 51 Jahre alten Mediziner wird wegen wegen Totschlags ermittelt. (APA/dpa)

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