Fekter: Postler schon im September zur Polizei

13. August 2009, 13:13
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Innenministerin: Bisher haben sich schon "mehrere Dutzend" freiwillig gemeldet - Auch Post-Management rechnet mit Herbst

Wien - Schneller als bisher angenommen könnten die ersten Postler bei der Polizei zum Einsatz kommen. Innenministerin Maria Fekter erklärte in der Dienstag-Ausgabe der "Salzburger Nachrichten", sie hoffe, dass die ersten Postbediensteten "bereits mit 1. September" bei der Polizei eingesetzt werden können.

Heinisch-Hosek beharrt auf Spätherbst

Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek hat indessen bekräftigt, dass nicht benötigte Post- und Telekombeamte wahrscheinlich erst im Spätherbst zur Polizei wechseln können. Die Expertengruppe arbeite derzeit immer noch an den Rahmenbedingungen - etwa einem entsprechenden Jobprofil. Erst wenn die Ergebnisse der Arbeitsgruppe vorliegen, könne man von einem Zeitplan sprechen, hieß es.

Fekter teilte in einem Interview jedenfalls mit, dass sich bis jetzt schon "mehrere Dutzend" freiwillig gemeldet haben. Sie werden nur im Verwaltungsbereich arbeiten, in der EDV, als Unterstützung im Verwaltungsablauf, für Bürotätigkeiten. Daher sind sie hauptsächlich in Ballungszentren in größeren Dienststellen einzusetzen. Zurzeit wird im Innenministerium der Bedarf erhoben und die Sicherheitsakademie bereitet sich schon auf die Schulungen der Postbeamten vor.

Postgewerkschaft: "Unrealistisch"

Die Gewerkschaft der Post- und Fernmeldebediensteten (GPF) ist jedoch "mehr als erstaunt" über die Ankündigung der Innenministerin Maria Fekter. Diese Aussagen seien "unrealistisch", sagte GPF-Vorsitzender Gerhard Fritz im Gespräch mit dem Ö1-Mittagsjournal. Bis heute gebe es weder Anforderungsprofile noch Jobbeschreibungen. Die Ministerin solle endlich sagen, "wozu braucht sie die Leute, was sollen sie tun, wo sollen sie eingesetzt werden."

Fekter sei bisher "alles schuldig geblieben", was für einen möglichen Wechsel der Post- und Telekombeamten nötig wäre. Auch stößt sich Fritz daran, dass "nicht einmal ein Gesprächsversuch mit den zuständigen Betriebsräten oder mit der GPF" stattgefunden habe.

"Inhaltslose Placeboankündigungen"

Fritz glaube außerdem nicht, dass sich die schon früher geäußerte Hoffnung der Innenministerin, durch Ex-Postler im Polizeiverwaltungsdienst 1.000 Polizisten für den Streifendienst freischaufeln zu können, erfüllen wird. Gerhard Fritz: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass wie in den nächsten zwei Jahren tausende Postler bei der Post und der Telekom entbehren können."

Es sei "unverantwortlich, mit solchen inhaltslosen Placeboankündigungen der Bevölkerung sicherheitspolitische Aktivität vorzugaukeln". Fritz forderte Fekter mittels Aussendung auf "Nägel mit Köpfen" zu machen, "in dem Sie zuerst Ihre Hausaufgaben erledigen".

Auch Post-Management rechnet mit Herbst

Nicht nur der sozialdemokratische Post-Gewerkschafter Gerhard Fritz vermisst weiterhin ausführliche Informationen. Auch vonseiten der Post selbst kann man sich nicht wirklich vorstellen, dass binnen zwei Wochen alle nötigen Details geklärt sind. "Ich schätze nach wir vor, dass es der Herbst sein wird", so Post-Sprecher Michael Homola im Ö1-"Mittagsjournal".

"An uns soll es nicht scheitern", hielt er fest. Zuerst müsse aber "konkret am Tisch liegen", um welche Jobs es gehe, welche Anforderungen diese Jobs stellten und ob die Post "überhaupt Mitarbeiter mit solchen Qualifikationen" zu bieten habe, auch dienstrechtliche Fragen müssten geklärt werden. Für den Post-Sprecher ist es fraglich, ob das alles in rund zwei Wochen zu erledigen ist. (red/APA)

  • Schneller als bisher angenommen könnten die ersten Postler bei der
Polizei zum Einsatz kommen, so Innenministerin Maria Fekter.
    foto: corn

    Schneller als bisher angenommen könnten die ersten Postler bei der Polizei zum Einsatz kommen, so Innenministerin Maria Fekter.

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