Blechschlangen im Festspielbezirk

10. August 2009, 19:37
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"Nicht enden wollende Kolonnen" von Festspiel-Audis in den Salzburger Altstadtgassen sorgen für Unmut

Salzburg - Es ist eine Flotte von 50 in elegantem Silber-Metallic gehaltenen Audi-Limousinen, die Jahr für Jahr im Festspielbezirk die Emotionen hochgehen lässt: "Nicht enden wollende Kolonnen" wälzten sich vor und nach den Opernpremieren und anderen elitären Veranstaltungen da durch die Fußgängerzone, klagt Peter Haibach von der Salzburger Verkehrsplattform. In Zeiten des Klimawandels könne man diese "Omnipräsenz" ruhig einmal überdenken.

Die Audi-Flotte der Festspiele wird von einer Münchner Agentur organisiert. Dort geht man mit den Vorwürfen gelassen um: Man verwende dieses Jahr erstmals einen besonders umweltfreundlichen Dieseltreibstoff, der doppelt so viel koste wie normaler Diesel, sagt man zum STANDARD. Und die Route der Audis durch die Fußgängerzone - Zufahrt zum Festspielhaus über die Hofstallgasse, Ausfahrt über Wiener-Philharmoniker-Gasse und Universitätsplatz - habe die Polizei festgelegt.

Wer in den Limousinen eigentlich sitzt, wisse man dagegen nicht so genau. Die Einladungen für die Limos bleiben den Festspielen selbst, Audi und seinen Partnerunternehmen sowie anderen Hauptsponsoren der Festspiele überlassen. Die Flotte werde nicht nur für Fahrten zwischen Hotel und Festspielhaus, sondern auch zu Restaurants, für Ausflüge ins Salzkammergut oder für Fahrten zum Flughafen genutzt.

Auch die beiden gegenüber dem Festspielhaus errichteten Schirmbars zur Pausenverpflegung sorgten dieses Jahr für Unmut, von "Verhüttelung" und "Verschandelung" war die Rede. Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) erteilte der Kritik eine pragmatische Abfuhr: "Da kommen 3000 Leute auf einmal. Die wollen in der Pause etwas trinken." (pehe/DER STANDARD-Printausgabe, 11.8.2009)

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