Clinton vereinbart Kooperation mit Ölmacht Angola

10. August 2009, 19:27
5 Postings

Außenminister Dos Anjos betont grundlegende Verbesserung der Beziehungen zu USA

Luanda/Kinshasa - US-Außenministerin Hillary Clinton hat in der aufstrebenden afrikanischen Ölmacht Angola die Basis für eine bessere Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern gelegt. Das berichteten angolanische Medien am Montag nach einem gut einstündigen Treffen Clintons mit Staatschef José Eduardo Dos Santos in Luanda. Unterdessen traf Clinton in der Demokratischen Republik Kongo ein, der vierten Station ihrer elftägigen Reise durch Afrika. Dort wird Clinton am Dienstag mit Vergewaltigungsopfer im Osten des Landes zusammentreffen.

Angolas Außenminister Assunção dos Anjos sagte vor dem Abflug der amerikanischen Delegation, Clintons Besuch habe die bilateralen Beziehungen konsolidiert. Nichts werde "mehr wie früher sein", man habe konkrete Aktionen vereinbart. Bereits am Vortag hatte Clinton eine Intensivierung der Kooperation vor allem in den Sektoren Sicherheit, Energie und Landwirtschaft in Aussicht gestellt. Im Rahmen ihrer neuen "strategischen Partnerschaft" schlossen die USA und Angola ein Abkommen über Handel und Investitionen.

Enger Verbündeter und wichtiger Öllieferant der USA

Der OPEC-Staat schickt sich an, Nigeria als größten Ölförderer in Afrika südlich der Sahara abzulösen. Er gilt als enger Verbündeter und wichtiger Öllieferant der USA. In Luanda würdigte Clinton auch den Wiederaufbau des südwestafrikanischen Landes nach 27 Jahren Bürgerkrieg (1975-2002) und die kluge Verwendung der Einnahmen aus dem Erdölbereich. Der Einsatz der Ölgelder war in der Vergangenheit allerdings mehrfach von Hilfsorganisationen als undurchsichtig kritisiert worden.

In der ehemaligen portugiesischen Kolonie Angola fand ein Stellvertreterkrieg zwischen Ost und West statt. Noch vor der Ausrufung der Unabhängigkeit im selben Jahr brach 1975 ein Bürgerkrieg aus. Die Hauptkonfliktparteien waren die linke MPLA und die rechte, von den USA und dem südafrikanischen Apartheid-Regime unterstützte UNITA. Die Sowjetunion und Kuba standen auf Seiten der linken MPLA.

Während eines Waffenstillstands im Bürgerkrieg fanden 1992 Wahlen statt. Die MPLA wurde zum Sieger erklärt. Die UNITA wies das Wahlergebnis damals zurück und nahm die Kämpfe wieder auf. Der Bürgerkrieg in Angola endete 2002 nach dem Tod des Rebellenführers Jonas Savimbi.

Angola ist eines der sich am schnellsten entwickelnden Ländern im südlichen Afrika. Der Staat ist mittlerweile der größte Erdölproduzent Afrikas, zu Jahresbeginn überholte er Nigeria. Trotzdem lebt ein großer Teil der Bevölkerung unter der absoluten Armutsgrenze

Vor Angola hatte die Außenministerin bereits Kenia und Südafrika besucht. In Auf dem Reise-Programm stehen noch die Volksrepublik Kongo, Nigeria und die Kapverden. Im Kongo wird Clinton voraussichtlich zu einem Ende sexueller Gewalt gegen Frauen aufrufen. Hintergrund sind anhaltende Kämpfe zwischen der Armee und Rebellen im rohstoffreichen Osten des Landes. In deren Zuge sind nach UN-Schätzungen allein in diesem Jahr bereits 3500 Frauen vergewaltigt worden. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    US-Außenministerin Hillary Clinton trifft den Präsidenten von Angola Jose Eduardo dos Santos.

Share if you care.