Gräber der frühen Bronzezeit ausgehoben

10. August 2009, 19:41
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Niederösterreich: Gräberfeld in Geitzendorf einst mit reichen Beigaben versehen - ein Grab blieb von der Beraubung verschont

Geitzendorf - Im niederösterreichischen Geitzendorf (Bezirk Korneuburg) wurden bereits im Vorjahr fünf Gräber aus der frühen Bronzezeit um 2.200 v.Chr. freigelegt. In den vergangenen Wochen hat die niederösterreichische Landesarchäologie weitergegraben, um das komplette Gräberfeld zu erfassen. Insgesamt wurden 16 Gräber freigelegt, zog Ernst Lauermann am Montag eine erste Zwischenbilanz. Der Leiter der Ausgrabungen zeigte sich sicher, dass das Gräberfeld mit reichen Beigaben versehen war, da nahezu alle Gräber noch in der frühen Bronzezeit selbst beraubt und zerstört worden seien.

Die meisten Toten wurden - wie in der frühen Bronzezeit üblich - in Hockerlage mit dem Kopf im Süden, den Beinen im Norden und dem Blick nach Osten beigesetzt. Bei dieser Gräbergruppe gebe es aber auch Abweichungen, genaue Analysen stehen noch aus. Einige Kinderbestattungen wurden gefunden. Weiße Moderspuren bei etlichen Gräbern würden auf Bestattungen in Holzsärgen hinweisen, so die Archäologen.

Das erhaltene Grab

In vielen Gräbern ist die Keramik vollständig erhalten und ein Grab dürfte schlussendlich komplett von der Beraubung verschont geblieben sein: "Es ist das wertvollste Grab dieser Gräbergruppe. Zwar konnten wir im obersten Bereich des Grabes Störungen erkennen, doch der Grabräuber dürfte nicht weitergegraben haben, denn ein Dolch und eine Gewandnadel aus Bronze wurden beim vollständig erhaltenen Skelett gefunden", gab Lauermann bekannt.

In den kommenden Wochen werden anthropologische Untersuchungen sowie DNA-Analysen durchgeführt und die Ergebnisse auf der Homepage des Museums für Urgeschichte veröffentlicht. Die Fundmaterialien - im Eigentum des Landes NÖ - befinden sich derzeit zur Restauration im Museum für Urgeschichte in Asparn/Zaya. (red)

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    foto: nö museum für urgeschichte
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