Vatikan erhöht Rentenalter

10. August 2009, 19:08
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Sparprogramm aufgrund von Wertpapier-Spekulationen

Mailand - Die Arbeitnehmer des Kirchenstaates können künftig erst mit 67 Jahren in Pension gehen. Die vom Vatikan kürzlich verabschiedete Arbeitsrechtreform "Motu proprio" sieht vor allem eine Erhöhung des bisherigen Rentenalters von 65 auf 67 Jahre ab dem Jahr 2010 vor. Das erhöhte Rentenalter gilt sowohl für Männer wie auch für Frauen. Letztere machen allerdings nur 19 Prozent der insgesamt 4600 vom Kirchenstaat beschäftigten Arbeitnehmer aus. In Italien gilt bislang das Rentenalter von 61 Jahren für Frauen und das stufenweise auf 65 Jahre anzuhebende Rentenalter für Männer.

Die von Papst Benedikt XVI. in die Wege geleitete Arbeitsrechtsreform ist keineswegs als sozialer Modellfall zu bezeichnen. Nicht nur das hohe Rentenalter ist auf scharfe Kritik gestoßen. Erstmals führt der Kirchenstaat auch Zeitverträge ein, um eine Festanstellung der Bediensteten zumindest zu verzögern. Denn der Kirchenstaat muss Kosten einsparen. Dies ist notwendig geworden, nachdem im Vorjahr zum zweiten aufeinanderfolgenden Jahr rote Zahlen (minus ein Mio. Euro) geschrieben wurden. Der Verlust ist auch auf Spekulationen in Wertpapieranlagen und verringerte Einnahmen aus den Gläubigerspenden zurückzuführen. (tkb, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 11.8.2009)

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