Krems & Medien

"Die Mehrheit hat ein Bedürfnis nach Ordnung"

10. August 2009, 18:54
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    foto: druml

    "Gleiches Recht für den Polizisten: Unschuldig, solange seine Schuld nicht bewiesen ist."

Bullen und Boulevard: Warum sich Massenblätter meist auf die Seite der Exekutive stellen

"Schluss mit Hatz auf Polizisten!", fordert die "Krone". Nur die kleinere Zeile darüber verrät: Den Schlagzeilenwunsch des Kleinformats steuerte Landeshauptmann Erwin Pröll bei.

"Dramatisch peinlich" findet Heute-Chefredakteur Richard Schmitt, dass "sämtliche ORF-Sender für einen 14-jährigen Kriminellen" Partei ergriffen, "der - tragischerweise - in Krems bei einem Verbrechen von einem Polizisten erschossen wird".

Warum stellen sich Massenblätter reflexartig hinter die Polizei? Schmitt weist das für Heute zurück: "Die Redaktion steht sicher nie 'reflexartig' hinter der Exekutive - siehe etwa die sehr kritische Berichterstattung über die vielen Pannen bei den Kampusch-Ermittlungen." Aber: "Für den Polizisten sollte das gleiche Recht gelten wie für jeden anderen Staatsbürger: Dass er als unschuldig gilt, solange seine Schuld nicht bewiesen ist." Das Prinzip hält der Boulevard nicht immer hoch.

Chronikressorts leben von Polizei-Infos

Schmitt findet, der ORF und andere Medien räumten Angehörigen und Freunden der "eindeutig am Tatort gestellten und überführten Kriminellen mehr Raum zur Darstellung ihrer - logisch subjektiven, überaus emotionalen - Sicht ein, als harte Fakten zu bringen." Stimmung gegen die Polizei zu machen, gelte manchen Redaktionen offenbar als "chic". Im Kampf gegen "ausufernde Kriminalität" sei deren Darstellung "nicht hilfreich". Nachsatz: Aber natürlich sei "dieser Fall in Krems lückenlos aufzuklären".

News-Chefredakteur Atha Athanasiadis war lange Chronikjournalist. Er sieht zwei "ziemlich pragmatische Gründe" für das Verhältnis von Boulevard und Polizei: "Tageszeitungen, und da vor allem die Chronikressorts, leben von Polizei-Infos. Und keiner verbrennt gerne seine Quellen." Und: "Viele Kollegen gehen davon aus, dass der Großteil der Bevölkerung aufseiten der Exekutive steht. Vor allem dann, wenn es gegen Ausländer oder soziale Außenseiter geht."

Claus Pandí, heute Politikautor der "Krone", war dort lange Chronik-Chef. Er erklärt das Phänomen grundsätzlicher: "Die Mehrheit hat ein Bedürfnis nach Ordnung." Ein Massenblatt wäre schlecht beraten, gegen diesen zutiefst österreichischen Wunsch anzuschreiben. (Harald Fidler, DER STANDARD; Printausgabe, 11.8.2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 219
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systema radl
00
25.8.2009, 20:01
also wie in der krone davon ausgegangen wird,

dass es aufgabe der polizei ist, einbrecher zu erschiessen, das ist schon einzigartig abartig. denn eines ist klar: sollte DAS tatsächlich zu deren aufgabe zählen, dann bitte ab sofort ohne mein steuergeld. aber solange die krone weiß was österreich denkt....

derPolizist
00
22.8.2009, 02:49
"Bullen..."

Danke lieber Standard... schon recht... man sollte Journalisten NUR mehr mit "Journaille" ansprechen...

Wie heißt es so schön: beleidigend ist das, was der Betroffene als beleidigend empfindet... gilt ja auch für andere Gruppen...

systema radl
00
25.8.2009, 19:59
kieberer

Lagerhausfan
11
16.8.2009, 08:26
Es geht auch um die Hetze

Besonders Heute und KRONE verbreiten Angst und Schrecken...
http://warteschlange.twoday.net/stories/5880175/

Warum aber manche Journalisten oder Prominente dort schreiben ?
Weil Gott die KRONE liest:
http://warteschlange.twoday.net/stories/5880175/

Blind Peoples Porn
20
13.8.2009, 17:52
Polizei ist der hüter des gesetztes...

aber warum werden dann ständig leute wie reudige hunde abgeknallt und danach alles vertuscht?!? ist das demokratisch oder polizeistaat? ich denke das zeite stimmt!!! Stopt den polizei-terror!!!!

Topseller33
611
11.8.2009, 18:40
Schützen wir die Verbrecher...

... nehmen wir den Polizisten die Waffen weg, geben wir sie den Einbrechern, Vergewaltigern, Räubern etc. Vielleicht hilft ja gutes Zureden... und die Kriminellen erkennen wie gemein sie sind, fangen an zu weinen und machen nie wieder schlimme Sachen...

Ich bin absolut der Meinung, der Kremser Fall muss restlos aufgeklärt werden, aber sich auf die Seite eines Verbrechers zu stellen (auch wenn er erst 14 ist) ist wohl das Dümmste...

Und JEDER der aktuell auf die Polizisten los geht ist es eigentlich nicht wert, in einer Demokratie zu leben, in der nun mal die Polizei die PFLICHT hat, Unschuldige zu schützen.

Blind Peoples Porn
01
13.8.2009, 17:50
demokratie?!?!

WO BITTE LEBEN WIR IN EINER "DEMOKRATIE" BITTESCHÖN?!?! alle 4 jahre ein kreuzerl machen auf einem wisch in der wahlkabine ist "demokratie"? und was ist dazwischen? hier wird über die köpfe des volks hinweg entschieden und gelder verschwendet das einem der feidel in da hose aufgeht!!! das ist Demokratie? Darauf geschissn...
bitte wieder zurück zu ECHTER Volksentscheidung über themen wie Knebelvertrag Lissabon, Vorratsdatenspeicherung, GEN-Shit in den läden usw usw usw WO hat da das Souverän, Das VOLK das sagen?HäääHHHH???

Mc Checker
52
11.8.2009, 18:48

können sie eine konkrete Zeitung/Artikel nennen (wenn möglich gleich verlinken), die auf die Polizei losgeht, bzw. Poster hier, die gegen die Polizei hetzen?
ich finde nämlich die Polizistenhatz nirgends!

Ernst Kratochwil
16
11.8.2009, 22:05
Da müssen Sie aber schwer sehbehindert sein, wenn

Sie das nicht sehen.
Der Gipfel ist die Überschrift "Demo gegen Polizeimord"

Oder wenn der der Rau schreibt "Die Polizei erschiesst.." Nicht zwei oder genauer ein Polizist, nein, "die Polizei".

Interessant auch der Artikel wo festgestellt wird, dass die Polizei "im internationalen Vergleich" relativ schnell die Waffe einsetzen und wo es nur einen Vergleich mit Deutschland gibt.

In manchen ist die Hatz etwas versteckter aber anzutreffen ist sie in allen zehn bis fünfzehn Artikeln zum Thema.

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
00
11.8.2009, 23:43
sagen wir einfach .. behindert

Melchior Kreutzer
04
11.8.2009, 19:58

lesen sie einen beliebigen standard artikel zum thema . und lesen sie zwischen den zeilen. natürlich werden die polizisten nicht direkt vorverurteilt (würde ja auch rechtliche konsequenzen nach sich ziehen), das läuft etwas (aber wirklich nur etwas) subtiler ab.

Melchior Kreutzer
37
11.8.2009, 16:54

ja die mehrheit hat ein bedürfnis nach ordnung - das ist ja selbstverständlich. auch die linksintellektuellen - für die "ordnung" ja fast schon einen faschistoiden beigeschmack hat -, haben dieses bedürfnis (sie geben es nur nicht zu). in einer gesellschaft ohne gewaltmonopol des staates, in dem das faustrecht herrscht, wären sie nämlich unter den ersten, die draufgehen würden.


denn die fähigkeiten respektive fertigkeiten, die man für so ein archaisches gesellschaftsystem (das recht des stärkeren) braucht, sind ihnen vollkommen fremd.

als immer schön auf die polizei schimpfen, aber wenn es einmal ernst wird und man selbst vo einem verrechen bertroffen ist, rufen wir dann gaanz laut nach den bösen polizisten.

Wyle E. Koyote
21
11.8.2009, 18:32
es gibt noch was zwischen

faschismus und anomie - den rechtsstaat - in dem alle (auch Polizisten) vor dem gesetz gleich sind und sich für die folgen ihrer handlungen verantworten müssen.

aber das ist ja in euren augen "sozialromatische anarchie"...

ich verabschiede mich mit einem zitat von zappa: "may your own shit come to life and kiss you in your face"

Melchior Kreutzer
00
11.8.2009, 19:07

aha und die vorverurteilung von polizisten ist "rechtsstaatlich".

MiNeum71
 
11
11.8.2009, 17:13


Ja, so ist es.

dekorhippe
01
11.8.2009, 16:37
"Die Mehrheit hat ein Bedürfnis nach Ordnung."

vs. "Schluss mit Hatz auf Polizisten!"

beide Schlagzeilen unter Anführungszeichen und daher auch als Zitat zu erkennen, aber nur im dafür kritisierten Kleinformat auch mit einer kleineren Zeile als solches gekennzeichnet.

und: "Bullen und Boulevard" - eine Formulierung eines Boulevardmediums würdig.

Muss sich derStandard, auch wenn er den Kadavergehorsam der Boulevardmedien zurecht kritisiert, wirklich auf eine journailstische Augenhöhe begeben?

MiNeum71
 
410
11.8.2009, 16:01


Wir Österreicher sollten uns langsam überlegen - mich nehme ich hier gerne aus -, ob wir den Täterschutz weiter ausbauen wollen, oder ob wir eher den Opfern beistehen wollen.

Die Polizisten waren nicht die Täter.

Truhe
 
20
11.8.2009, 17:37

Also dass sie sich beim Überlegen gern ausnehmen beweisen sie hier glanzvoll. Noch dämlicher kann man die Sache nämlich kaum noch polarisieren.

MiNeum71
 
02
11.8.2009, 17:55


... oder, Sie Schlaumeier, nehme ich mich heraus, weil ich meine Prioritäten bereits kenne. Hm? Ich weiß, das ist schwer nachvollziehbar, aber nur Geduld, auch Sie werden eines Tages für die eine oder die andere intellektuelle Leistung gelobt werden.

Vielleicht.

Truhe
 
00
11.8.2009, 18:32

Es kommt auch immer drauf an was man als "intellektuelle Leistung" deklariert. Ich zum Beispiel hielte es für ein solche wenn man nachdenkt obwohl man sich bereits eine Meinung gebildet hat. Hmm?
Ich weiß es ist schwer nachvollziehbar aber "nachdenken" und "Meinung bilden" sind keine abgeschlossenen Vorgänge sondern kontinuierlich weiterlaufende Welche!
Ein billiger Allgemeinposten bleibt ein billiger Allgemeinposten, auch wenn man sich noch so bemüht ihn als Argument zu gebrauchen.

romi
 
20
11.8.2009, 17:28
die polizistiInnen waren nicht die täter?

... ein einbruch in einen supermarkt, mitten in der nacht, bei dem voraussichlich, weil mensch ja nicht hofft erwischt zu werden, niemand verletzt wird
vs.
ein schuss in den RÜCKEN mit todesfolge....

frage: wer ist hier der täter/ die täterin....

Josef Falk
 
03
11.8.2009, 21:07

Der Einbrecher, natürlich. Wer denn sonst?

apfelkuchen
Stefanie Klamuth
11
11.8.2009, 19:05

in diesem fall gibt es 2 ebenen:

einbruch -> täter: einbrecher
einsatz der polizei mit todesfolge -> opfer: einbrecher

Karl Martell II.
15
11.8.2009, 15:36
Vorbestraft wegen Kindesmißbrauch

"Wegen eines schwerwiegenden Sexualdelikts mit einem Kind wurde er zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt", bestätigt Friedrich Kutschera. Seine Haft habe er gerade abgesessen ...

LCD
30
11.8.2009, 22:09

Welcher Beamte war das?

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