Virtueller Pranger für vorbestrafte Lehrer

10. August 2009, 18:02
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75 Namen auf Homepage des Nationalen Lehrerrates veröffentlicht - Lehrergewerkschaft protestiert

Johannesburg  - Südafrika hat am Montag eine Art virtuellen Pranger für Lehrer eingeführt, die wegen sexueller Vergehen bestraft worden sind. Mindestens 75 Namen befänden sich bereits auf der Homepage des Nationalen Lehrerrates (SACES), berichtete die Zeitung "The Mercury". Mehrere Lehrergewerkschaften
verurteilten den bereits im vergangenen Jahr angekündigten Schritt als "dumm" oder "ungerecht".

Geteilte Reaktionen

"Das ist eine Attacke gegen die Lehrer", erklärte der Generalsekretär der Lehrergewerkschaft SAPTU in der Provinz KwaZulu-Natal, Mbuyiseni Mathonsi. Hilfsorganisationen dagegen begrüßten die Veröffentlichung als lange überfällig.

Südafrika hat eine der weltweit höchsten Vergewaltigungsraten. Nach einer Studie hat jeder vierte Südafrikaner mindestens einmal eine Frau vergewaltigt - ein Phänomen, das auch vor Schulen nicht haltmacht. Immer wieder wird bekannt, dass Lehrer Sex mit Schülerinnen haben. Die Homepage soll die Einstellung einschlägig
vorbestrafter Lehrer verhindern. Allerdings werden nicht alle Details der Verurteilung veröffentlicht. (APA/dpa)

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