Das unendliche Chaos der Kitzbüheler Bergbahn

10. August 2009, 17:54
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Aktionär wehrt sich mit Anfechtungsklage

Innsbruck - "Noch immer gibt es kein Sitzungsprotokoll der Juli-Aktionärsversammlung der Kitzbüheler Bergbahn AG" , wundert sich Aktionär und Rechtsanwalt Herbert Werner. Auf mehrmaliges Nachfragen habe er schließlich eine Mail vom zuständigen Notar Matthias Pletzer erhalten. Mit derMail wolle der Notar aber offensichtlich "nur Zeit schinden" und den Vertreter des Mehrheitseigentümers und Kitzbüheler Bürgermeister Klaus Winkler (ÖVP) "rausreden" , mutmaßte Werner im Standard-Gespräch.

Winkler hatte, wie berichtet, bei der Aktionärsversammlung am 17.Juli ohne Ankündigung die Tagesordnung geändert:Die Dividenden-Ausschüttung pro Aktie sei von zwei auf einen Euro herabgesetzt worden. Weiters sei der Abgang von Ex-Vorstand Manfred Filzer noch immer nicht geklärt. Auch, warum Filzer am 2. Jänner 2009 blitzartig seinen Sessel räumen musste, ist noch nicht klar.

Schulden reduziert

Filzer war als Vorstand durchaus erfolgreich. Er reduzierte die Schulden der Bergbahn AG in den vergangenen zehn Jahren von 50 auf 15 Millionen Euro. Weiters investierte er in neue Liftanlagen. Allerdings nicht immer dort, wo der Bürgermeister die Lifte gerne gehabt hätte. Winkler hatte nach der Berufung eines neuen Vorstandes anstelle Filzers immer wieder betont, der Abgang des Ex-Vorstandes sei "fair" abgelaufen. Manfred Filzer selbst will davon nichts bemerkt haben: Mittlerweile hat einAnwalt den Fall am Arbeitsgericht übernommen. Sein Vertrag mit der BergbahnAG sei noch nicht gelöst, regelmäßige Zahlungen erhalte er aber keine mehr.

Das Sitzungsprotokoll der Aktionärsversammlung sei offenbar "vom Winde verweht" , sagt Aktionär Herbert Werner. Ihm reiche es: Die Anfechtungsklage werde eben nicht mit dem Protokoll, sondern mit einer Zeugenliste fristgerecht eingebracht. Von den Versuchen, eine Anfechtungsklage zu hintertreiben, lasse er sich in keinem Fall abhalten: Die Beschlüsse der "dilettantischen" Aktionärsversammlung müssten aufgehoben werden.(Verena Langegger/DER STANDARD-Printausgabe, 11.8.2009)

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