Jackson-Tribute: Ein Schlossgespenst

10. August 2009, 17:47
35 Postings

Mehr als Absichtserklärungen gibt es zum Superstar-Treffen in Schönbrunn nicht

Wien - Konkretes gibt es nicht. Sonst wäre die Homepage, die Georg Kindel kürzlich online stellte, nicht bloß pompös, sondern enthielte mehr als vage Angaben. Freilich ändert das nichts daran, dass Kindel - Erfinder diverser sponsorenaffiner Promi-Ehrungsevents - schon jetzt zurückrudert. Denn so, wie die von Kindel und Jermaine Jackson seit dem skurrilen Weltrettungs-Konzert in Zwentendorf im Juli verkündeten Michael-JacksonTribute-Konzerten kommuniziert werden, wird das Konzert vor Schönbrunn nicht ausfallen. So es dort überhaupt stattfindet.

Denn nachdem "Jackos" Bruder Jermaine bei Larry King auf CNNden Schlossplatz als Location für ein - wohlweislich namenlos gehaltenes - "Superstars only" -Line-up genannt hatte, hörte Österreich Madonna und Whitney Houston an "Jackos" 51. Geburtstag, dem 29. August, vor 85.000 Zuhörern Jackson covern. Selbstverständlich ein bisserl karitativ.

Blöd daran ist nur: Am 29. August ist der Jackson-Clan verhindert. Denn da findet in Las Vegas, Michaels zweiter Heimatstadt, ein großes Gedenkkonzert statt. Vater Joe Jackson kündigt dafür den Auftritt des Clans an. Auch eine andere ist an dem Tag unabkömmlich: Madonna. Sie hat ein Date mit 40.000 Fans - in Sofia. Whitney Houston dürfte ebenfalls keine Zeit haben: Im September erscheint ihr Comeback-Album - die Diva sollte mit Promotion-Terminen "dicht" sein - auch nach dem 29. August.

Doch von diesem Datum will Kindel ohnehin nichts mehr wissen - wenn auch nicht wegen der amerikanischen Jackson-Ausschlachtung: Der Termin wäre zu kurzfristig, "deshalb haben wir uns nach Rücksprache mit Jermaine Jackson entschlossen, das Konzert um einige Wochen zu verschieben" . Doch außer den Jacksons selbst kann oder will Kindel keine Künstler nennen.

Wie 85.000 Menschen auf die Bühne sehen sollen, weiß Kindel: Man müsse nur die Wiener Westeinfahrt sperren, "dann könnten Zuschauer bis zur Penzinger Straße stehen" .

In Schönbrunn selbst gab man sich dagegen wortkarg: Man könne, wolle und werde nichts sagen, solange es nichts zu sagen gäbe. Umso euphorischer ist Wiens Tourismusverband: "Für Wien wäre das großartig" , betont Tourismusdirektor Norbert Kettner und verspricht "jede mögliche Hilfe, das noch hinzukriegen" . Nicht ohne Grund: Events dieser Größe haben Mindestvorlaufzeiten von vier bis sechs Monaten.

Kindel aber ist optimistisch, mit ein paar Wochen auszukommen: Auf der Tribute-Seite läuft bereits der Countdown zum Ticketverkauf. Und Fanartikel gibt es dort auch schon zu sehen. (Thomas Rottenberg, DER STANDARD/Printausgabe 11.8.2009)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Will seinen Bruder in Schönbrunn ehren: Jermaine Jackson.

Share if you care.