Körberlgeld für Banken

10. August 2009, 17:40
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Richtzinssätze fallen, Konsumenten haben nichts davon

Wien - Die Arbeiterkammer (AK) verlangt, dass die heimischen Banken die Leitzinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) an Kreditnehmer weitergeben. Derzeit geschehe dies nicht im notwendigen Ausmaß, kritisierte der Leiter der AK-Konsumentenpolitik, Harald Glatz: "Während die Sparbuchzinsen deutlich gefallen sind, stehen die Banken bei den Zinsen für Konsumkredite und Kontoüberziehungen auf der Bremse."

Trotz der EZB-Zinssenkungen in den vergangenen Monaten seien die Zinsen für Kontoüberziehungen innerhalb des Kontorahmens so hoch wie vor einem Jahr - durchschnittlich 9,5 Prozent. Das sei unverständlich, so Glatz, da der Drei-Monats-Euribor-Zinssatz von März 2008 bis Juli 2009 von 4,6 auf 0,97 Prozent gesunken sei. Der Euribor bildet die Basis, wenn sich Banken untereinander Geld borgen.

Zinsvergleich

Die Zinsen für Konsumkredite seien bis August 2009 lediglich auf 5,25 Prozent gesunken, im April seien sie im Schnitt bei 6,625 Prozent gelegen, im April des Vorjahres bei 6,5 Prozent. Der hierfür relevante Sechs-Monats-Euribor sei dagegen von März 2008 bis Juli 2009 von 4,59 auf 1,21 Prozent gesunken. Stark gesunken seien dafür die Sparzinsen, bei Kapitalsparbüchern von 4,93 auf 1,75 Prozent zwischen Oktober 2008 und Juli 2009.

Zunehmend würden Konsumenten für Nebenleistungen zur Kasse gebeten. Dabei sei der Preis oft nicht auf den ersten Blick erkennbar. So würden einige Banken bei Bareinzahlung mit Zahlschein auf ein institutsfremdes Konto zwei bis sieben Euro verrechnen, das Schließen eines Gehaltskontos könne bis zu 25 Euro und das Schließen eines Sparbuchs bis zu 8,15 Euro kosten. Mahnspesen ermittelte die AK in Höhe von bis zu 50 Euro bei der zweiten Mahnung bzw. bis zu 100 Euro bei der dritten Mahnung. (APA, red, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 11.8.2009)

 

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