Proteinausfall kann zu Nierenkrebs führen

11. August 2009, 20:25
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Schneeballeffekt: Dadurch entstehen fatale Zellteilungs-Fehler und in der Folge Zysten

Zürich - Forscher der ETH Zürich haben einen Mechanismus entdeckt, der zu Nierenkrebs führen kann. Das Fehlen des Hippel-Lindau-Proteins (pVHL) in Nierenzellen führt zu Fehlern bei der Zellteilung. Zudem sterben die entstehenden aneuploiden Zellen nicht ab - im Gegenteil, sie teilen sich stärker, beginnen zu wuchern und bilden Zysten, die als Vorstadien von Tumoren gelten. Im Fachmagazin "Nature Cell Biology" berichten die Forscher um Wilhelm Krek von der zentralen Rolle des Eiweißes pVHL bei der Entstehung von Nierenkrebs.

pVHL spielt Krek zufolge bei anderen Krebsarten keine so zentrale Rolle. Warum das Protein, das in allen Körperzellen vorkommt, nur in den Nierenzellen eine derart wichtige Rolle bei der Entstehung von entarteten Zellen spielt, ist noch unklar. Allerdings könnte der Ausfall der Fehlerbeseitigung bei der Zellteilung in der Krebsentstehung weit verbreitet sein. Denn dies führt erst dazu, dass defekte Zellen überhaupt überleben können.

Ansatzpunkte

Der Ausfall von pVHL ist teils erblich bedingt, teils auf Mutationen oder Inaktivierung des Gens zurückzuführen. Nierenkrebs gilt als aggressive Krebsart, da sie oft Ableger bildet. Ein therapeutischer Ansatz, der die neuen Erkenntnisse berücksichtigt, wäre Krek zufolge ein Medikament zur Bekämpfung der aneuploiden Zellen zu finden - ehe sie sich teilen und zu wuchern beginnen. (red)

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