Die Einser-Frage ist ungeklärt

10. August 2009, 14:30
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Offenes Rennen um Platz im Tor zwischen Payer, Macho, Schranz - Wohlfahrt: Längerfristige Nummer eins steht erst vor Färöer-Match fest

St. Veit/Glan - Vor dem Fußball-Testspiel am Mittwoch (20.30 Uhr/live ORF 1) gegen Kamerun ist in der österreichischen Nationalmannschaft die Tormannfrage noch ungelöst. Michael Gspurning patzte in den vergangenen beiden Partien und steht diesmal nicht einmal im Kader, zudem erklärte Alexander Manninger seinen Team-Rücktritt, weshalb das Rennen zwischen den aktuellen ÖFB-Goalies Helge Payer, Jürgen Macho und Andreas Schranz offen scheint.#

"Das entscheidet der Teamchef kurzfristig"

Tormanntrainer Franz Wohlfahrt wollte sich noch nicht festlegen, wer gegen Kamerun zwischen den Pfosten stehen wird. "Das entscheidet der Teamchef kurzfristig und wird auch von den Trainingseindrücken abhängig sein", sagte der Ex-Teamkeeper.

Wohlfahrt war selbst lange unumstrittene Nummer eins in der ÖFB-Auswahl, die in der Vergangenheit etwa mit Michael Konsel oder Friedl Koncilia stets weitere hochkarätige Schlussmänner zur Verfügung hatte. Doch seit dem Abgang von Wohlfahrt Ende 2001 schaffte es kein Tormann mehr, sich über eine längere Zeit als Stammspieler in der Nationalmannschaft zu etablieren.

"Tormannproblem haben wir keines"

"Tormannproblem haben wir deswegen aber keines. Es hat sich nur noch nicht herauskristallisiert, wer die Nummer eins ist. Doch das hat nichts mit der Qualität zu tun, denn die ist bei allen sehr gut", betonte der Kärntner im Teamcamp in St. Veit.

Der ÖFB-Keeper gegen Kamerun muss laut Wohlfahrt nicht unbedingt mit jenem in der WM-Qualifikation Anfang September gegen die Färöer und Rumänien identisch sein. "Aber derjenige, der gegen die Färöer spielt, wird in den restlichen Herbst-Partien der Einser-Goalie sein", erklärte der Ex-Stuttgart-Legionär.

Auch Gspurning und Gratzei als Kandidaten

Für diesen Posten kämen neben Payer, Macho und Schranz auch noch Gspurning und Christian Gratzei infrage. Selbst aus dem Rennen hat sich Manninger genommen. "Aber persönlich enttäuscht bin ich davon nicht. Das wäre ich nur, wenn mich meine Frau verlässt", sagte Wohlfahrt. Manninger habe sich im Nationalteam immer vorbildlich verhalten. "Und es ist zu akzeptieren, dass er sich voll auf Juventus konzentrieren will."

Die Beweggründe des Salzburgers kann Wohlfahrt nachvollziehen. "Es kann sein, dass er ein bisschen sauer war, weil er gegen Serbien nicht gespielt hat. Aber es war damals ganz sicher richtig, Gspurning spielen zu lassen", beteuerte der WM-Teilnehmer von 1998.

Manninger hatte schon unmittelbar vor der EM 2008 gegen Macho den Kürzeren gezogen. Nun darf sich Österreichs EM-Goalie wieder Chancen auf Länderspiel-Einsätze machen, obwohl er die vergangene Saison bei AEK Athen auf der Ersatzbank verbrachte und derzeit vereinslos ist. Dennoch rechtfertigte Teamchef Dietmar Constantini die Einberufung des Wieners. "Es kommt oft viel mehr zurück, wenn man so einen holt, obwohl es eigentlich gegen die Regeln ist." (APA)

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    Die Qual der Wahl:  Schranz, Macho oder Payer?

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