Bahais bekommen "richtigen" Personalausweis

10. August 2009 14:09

Zwei Schwestern führten jahrelangen Rechtsstreit

Kairo - Zwei Angehörige der in Ägypten nicht anerkannten Glaubensgemeinschaft der Bahai haben zum ersten Mal Personalausweise erhalten, in denen keine Religionszugehörigkeit vermerkt ist. Die beiden 16-jährigen Zwillingsschwestern erhielten die Papiere nach jahrelangem Rechtsstreit mit dem ägyptischen Staat, berichtete die Tageszeitung "Daily News Egypt" am Montag. In Ägypten sind nur der Islam, das Christentum und das Judentum als Religionen anerkannt. Der Islam ist Staatsreligion.

Bereits im Jänner 2008 hatte das Verwaltungsgericht der Stadt Kairo dem Vater Recht gegeben, der im Namen der beiden Teenager geklagt hatte. Das Oberste Verwaltungsgericht bestätigte im vergangenen März das Urteil. In ägyptischen Dokumenten wurde bislang grundsätzlich die Religionszugehörigkeit vermerkt, wobei nur die drei anerkannten Konfessionen eingetragen werden können. Bahai-Gläubige mussten deshalb entweder eine andere Religion angeben oder auf das Papier verzichten, das aber Voraussetzung etwa für die Ausstellung eines Führerscheins ist.

Die weltweit verbreitete Bahai-Religion wurde im 19. Jahrhundert von einem Perser begründet. Sie ist mystisch geprägt und verbindet Elemente asiatischer und islamischer Spiritualität. Sie hat rund 7,5 Millionen Anhänger. (APA)

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