Wiener ÖVP will "Versandeln" der Donauinsel stoppen

11. August 2009, 11:50
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Rot-schwarzer Kampf um Erholungsgebiet

Wien - Vor 40 Jahren war sie noch ein rotes Tuch für die Wiener ÖVP, heute sehen sich die Stadtschwarzen als Retter der Donauinsel: Wenn sich die absolut regierende SPÖ nicht bald mehr um das Lieblingserholungsgebiet der Wiener kümmere, werde es völlig versandeln, fürchtet Umweltsprecher Roman Stiftner. "Die Insel ist momentan keine gute Visitkarte für Wien. Man kann froh sein, dass sich kaum Touristen dorthin verirren."

Zum einen verschärfe sich das Verschmutzungsproblem auf der Insel zusehends. Zum anderen, ergänzt der schwarze Bezirksparteiobmann Robert Parzer bei einer eigens einberufenen Pressekonferenz, gerieten die Insulaner einander immer öfter in die Haare. Vor allem zwischen Radfahrern und Fußgängern, Grillern und Sonnenbadern, Hundehaltern und Familien käme es aufgrund fehlender Regulierung quasi zwangsläufig zu Konflikten.

Mehr Überwachung, zentrale Anlaufstelle

In den Griff zu bekommen sei das nur mittels mehr Überwachung - idealerweise durch die von der ÖVP in Wahlkampfzeiten stets geforderte Stadtwache. Künftig, so der schwarze Vorschlag, könne der eigens für Wien eingerichtete Wachkörper auch auf der 21 Kilometer langen Aufschüttung zwischen Donau und Entlastungsgerinne für Ruhe und Sauberkeit sorgen.

Städtisches Streitschlichtungs- und Aufräumpersonal gibt es freilich jetzt schon auf der Insel. Mehrsprachige Grillplatzmeister achten darauf, dass sich keine unerwünschten Brandherde entwickeln, private Wachleute radeln regelmäßig die Insel ab. Statt vieler Einzelmaßnahmen schwebt der ÖVP ein "zentrales Management" für das Erholungsgebiet, dessen Errichtung 1969 ohne die Stimmen der ÖVP im Gemeinderat beschlossenen wurde, vor. "Die Insel ist alles andere als gut verwaltet" , sagt Stiftner. Er wünscht sich ein eigenes Besucherinfozentrum. Laut SPÖ soll ein solches nächstes Frühjahr bei der U1-Station Donauinsel aufsperren. (Martina Stemmer/DER STANDARD-Printausgabe, 11.8.2009)

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