Präsident Medwedew und Premier Putin im Umfragehoch

10. August 2009, 12:54
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Experte vermutet dahinter Stimmungsmache rund um Jahrestag des Südkaukasus-Krieges

Moskau/Wien - Russlands Präsident Dmitri Medwedew und Regierungschef Wladimir Putin sind derzeit in der Gunst der russischen Bürger hoch angeschrieben: Putin vertrauen in einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts FOM 73 Prozent der Befragten, Medwedew genießt das Vertrauen von 59 Prozent. Experten sehen dahinter nicht zuletzt die Stimmungsmache rund um den Jahrestag des Südkaukasus-Krieges. Der Regierungsarbeit stehen die Befragten jedoch kritisch gegenüber, wie die russische Agentur RIA Novosti berichtete.

73 Prozent Vertrauens-Bekundungen für Putin ist der Höchstwert seit September 2008. Nach dem Ausbruch der Wirtschaftskrise war Putins Popularitätswert auf 66 Prozent im April gesunken. Präsident Medwedew, der aktuell das Vertrauen von 59 Prozent der Befragten genießt, hatte nach seiner Wahl zum Präsidenten in der Vergangenheit höchstens 57 Prozent erreicht.

Der Anteil der Russen, die mit der Arbeit der Regierung zufrieden ist, stieg laut der Umfrage, die russische Zeitungen am Montag veröffentlichten, innerhalb eines Monates von 45 auf 48 Prozent an. Der niedrigste Wert war mit 39 Prozent im März registriert worden.

Im sozialen Bereich wird die Tätigkeit der Regierung von 44 Prozent positiv und von 43 Prozent negativ eingeschätzt (gegenüber jeweils 39 und 49 Prozent vor einem Monat). Im Wirtschaftsbereich verdiente das Kabinett bei 31 Prozent der Befragten eine positive und bei 45 Prozent eine negative Bewertung (gegenüber jeweils 27 und 49 Prozent vor einem Monat).

"Propagandistische Kampagne"

Michail Winogradow, Präsident des Politologischen Fonds Peterburgskaja Politika, sieht eine der Ursachen der steigenden Popularität in der "propagandistischen Kampagne, die mit dem Jahrestag des Konflikts im Südkaukasus" verbunden ist. Je näher der Winter heranrückt, desto tiefer werden die Popularitätswerte sinken, meint er laut RIA. Solche saisonbedingten Schwankungen seien bereits im vergangenen Jahr festgestellt worden, sagte er.

Auch FOM-Präsident Alexander Oslon räumt ein, dass die Bevölkerung die politische Situation im Lande im Sommer ruhiger wahrnimmt. Im Herbst werde die Popularität der Spitzenpolitiker voraussichtlich sinken. Jewgeni Gontmacher, Leiter des Zentrums für Sozialpolitik des Wirtschaftsinstituts der Russischen Wissenschaftsakademie, ist der Ansicht, dass der Optimismus bei den Bürgern derzeit seinen Höhepunkt erreicht hat. Auch er ist der Auffassung, dass sich dieses Bild im Herbst zum Negativen verändern wird. (APA)

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    Putin und Medwedew sehen ihre Beliebtheitswerte in den Himmel wachsen.

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