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Klaus Darbo führte den Betrieb seit dem Jahr 1970.

Nun sind seine Söhne am Ruder (von li nach re: Sohn Martin, Matthias, Klaus sen., Klaus jun. und Stefan Darbo)
Klaus Darbo stand fast 40 Jahre an der Spitze des Familienunternehmens "Darbo". Unter seiner Ägide avancierte der Tiroler Lebensmittelhersteller zum Marktführer in Österreich. Anfang August fand die Wachablöse statt: Martin Darbo (31) übernahm den Vorsitz von seinem Vater. Im Karriere-Telegramm von derStandard.at lässt der 64-jährige Neo-Pensionist die erfolgreichen Jahre Revue passieren und erläutert, wie die Hofübergabe über die Bühne gehen wird. Die Fragen stellte Oliver Mark.
derStandard.at: Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aus?
Darbo: Der dauert unter der Woche von 8.00 bis 17.00 Uhr. Samstags am Vormittag arbeite ich auch.
derStandard.at: Wie viele Stunden haben Sie im Schnitt pro Woche gearbeitet?
Darbo: Es waren zumeist zwischen 48 und 50.
derStandard.at: Hatten Sie dann überhaupt Zeit zum Urlauben?
Darbo: Das hat sehr mager ausgeschaut. Ich war 40 Jahre im Hause Darbo und war insgesamt vielleicht zehn Mal auf Urlaub.
derStandard.at: Warum ist es sich nicht öfters ausgegangen? Wäre dann die Kompetenz im Hause abgegangen?
Darbo: In der ersten Hälfte meiner Tätigkeit hatte ich nicht so viele kompetente Leute, die den Job hätten ausführen können. Danach war das dann besser. Jetzt sind meine vier Söhne im Haus. Das muss gehen.
derStandard.at: Wie haben Sie Ihre Söhne auf den Job vorbereitet? Haben die von Anfang an im Betrieb mitgearbeitet?
Darbo: Schon als Studenten haben die im Unternehmen gearbeitet. Zum Beispiel an den Abfülllinien oder im Lager. Die Positionen sind dann immer höher geworde. Bis ich sie gefragt habe, ob sie den Betrieb einmal übernehmen möchten.
derStandard.at: Das heißt, dass alle vier Söhne gleichberechtigt mitarbeiten, aber der Martin hat Ihre Nachfolge angetreten.
Darbo: Ich habe ihn vorgeschlagen und die Söhne haben ihn dann selbst zum Vorsitzenden des Vorstandes gewählt.
derStandard.at: Wie geht die Übergabe über die Bühne? Sind Sie operativ noch tätig oder ziehen Sie sich komplett zurück?
Darbo: Ich habe noch einen Schreibtisch und eine Sekretärin. Ich bin jeden Tag da, um zu beobachten, ob es funktioniert. So einfach wegschmeißen kann ich das nicht.
derStandard.at: Sie standen 40 Jahre an der Spitze des Unternehmens. Wenn Sie die Jahre Revue passieren lassen. Was war Ihr größter Erfolg?
Darbo: Ich habe in Österreich die Marktführerschaft bei Konfitüren erreicht. Gegen sehr starke Konkurrenten kommen wir auf einen Markanteil von 60 Prozent. Den Mitarbeiterstand haben wir von 40 auf 290 ausgebaut.
derStandard.at: Was war vice versa der größte Flop oder Fehler in Ihrer Ära?
Darbo: Das waren Personalentscheidungen. Da habe ich zwei oder drei Mal danebengegriffen. Ansonsten habe ich eigentlich keinen Flop produziert.
derStandard.at: Was werden Sie vom Job her am meisten vermissen?
Darbo: Die Tätigkeit als solche hatte schon einen gewissen Reiz. Ich habe den Job immer gerne gemacht, auch wenn es anstrengend war.
derStandard.at: Was hat Sie im Rahmen Ihrer Tätigkeit am meisten genervt?
Darbo: Das war die Vollziehung des Lebensmittelrechts in Deutschland. Die ist eine Katastrophe und hat mich am meisten genervt. Ich bin zweimal zum Europäischen Gerichtshof gepilgert, um mir mein Recht dort zu holen. Das ist halt mühsam und anstrengend.
derStandard.at: Gibt es eine bestimmte Produkteinführung auf die Sie besonders stolz sind?
Darbo: Das ist die Linie Darbo naturrein. Sehr stolz bin ich auch noch auf den Darbo Fruchtsirup. Seit wir hier tätig sind, hat sich der Markt verdoppelt.
derStandard.at: Es ist ja nicht so einfach aus einem Familienbetrieb auszusteigen. Haben Sie im Laufe der Jahre nie den Wunsch verspürt, den Beruf oder die Tapeten zu wechseln?
Darbo: Nein, es war ja immer sehr interessant. Es ist uns innerhalb von kurzer Zeit gelungen, die führende Konfitürenmarke in Österreich aufzubauen. Im Vergleich dazu sind die großen Marken alle über hundert Jahre alt. Darbo hat das in 35 Jahren geschafft. Es kommt sehr selten vor, dass sich so ein kleiner Privatbetrieb gegen internationale Konzerne so bravourös durchsetzt.
derStandard.at: Steht man als Chef eines Familienbetriebes besonders unter Druck, weil man mehr Verantwortung gegenüber den anderen hat?
Darbo: Sicher hat man Verantwortung gegenüber den Familienmitgliedern, aber das hat jeder andere Manager als Vater oder gegenüber den Aktionären.
derStandard.at: Was war Ihr Ausgleich, wenn der berufliche Stress überhand genommen hat?
Darbo: Ich bin sehr viel auf die Berge gegangen. Das war mein großes Hobby.
derStandard.at: Welche Pläne verfolgen Sie für die nächste Zeit?
Darbo: Ich werde den Urlaub nachholen, den ich versäumt habe. Da bin ich meiner Frau einiges schuldig. Vielleicht werden wir ein bisschen verreisen. Aber nicht weit, denn Fernreisen interessieren mich überhaupt nicht.
derStandard.at: Wenn Ihnen ein Wunsch von Seiten der Politik erfüllt werden würde: Welcher wäre das?
Darbo: Ich wünsche mir stabile Rahmenbedingungen; insbesondere was die lebensmittelrechtliche Gesetzgebung betrifft. Die EU-Richtlinien werden leider von Leuten produziert, die von der Materie wenig Ahnung haben. Da sollte die Wirtschaft mehr Einfluss haben.
derStandard.at: Wie sieht Ihr persönlicher Konfitürenkonsum aus? Haben Sie sich nicht schon längst satt gegessen?
Darbo: Nein, gute Konfitüren esse ich sehr gerne. Zwei bis drei Gläser brauche ich schon in der Woche. (derStandard.at, 10.8.2009)
Zur Person und zum Betrieb
Klaus Darbo übernahm 1970 den Familienbetrieb, dessen Grundstein im Jahr 1879 gelegt wurde, in der dritten Generation. Neben der Belieferung der Gastronomie konzentrierte sich Darbo immer mehr auf den Lebensmittelhandel. Nach wenigen Jahren etablierte sich Darbo als die beliebteste Konfitüre Österreichs. Neue Produkte wie Honig, Fruchtsirupe und der Fruchtikus kamen dazu.
Klaus Darbo steigerte den Umsatz von 1,8 Millionen im Jahr 1978 auf knapp unter 300 Millionen Euro im Jahr 2008. Die Firma mit Sitz im Tiroler Stans beschäftigt rund 300 Mitarbeiter. Der Konfitürenhersteller exportiert in 62 Länder der Welt und befindet sich zu 98 Prozent im Familienbesitz.
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sind ja schon ein paar wochen vergangen und wenn man das interview zu ende liest, weiß man auch, woher das veränderte aussehen auch kommen mag.
bei mir ist der darbo nimmer im haus, ich hab nur noch Stauds. um häuser besser...
Jungburschen, tut's das Unternehmen nicht verramschen, Billigschas gibt's genug. Aber probiert doch mal eine peppigere Produktlinie aufzuziehen
Darbissimo - Papaya-Marmelade, Confiture de Limette, Ginseng-Marmelade oder irgend solche Kreationen in der Art. Das kann ein Türöffner in neue westliche und fernöstliche Märkte und Regale sein, vorausgesetzt es schmeckt. Bissl auf edel aufgepeppt das brave Marmeladeglas, preislich zwei Euro obendrauf, und ab in die Delikatessenläden und Gourmet-Abteilungen. Checkt auf jedem Überseeurlaub, was dort wächst, und spielt damit rum. Vier junge kreative Männer werden doch mehr zusammenbringen als nur das geerbte weiterzuführen. Ihr werdet beides brauchen, die solide Basis und die Innovation. Viel Glück!
Die "Buben" hätten ein paar Jahre externe Erfahrung gebraucht, um sich nach dem "Patriarchen" glaubwürdig im Betrieb und beim Kunden zu behaupten - ich wünsche ihnen alles Gute! Solang der Papa täglich im Haus ist, wird das eine harte Zeit...
P.S. Es wäre schade um Darbo!
Aber hin und wieder muss man sich das einfach leisten! Bietet sich auch als Geschenk an.
Vielleicht sollte Hr. Darbo noch seine Einstellung zu Fernreisen ueberdenken. In asiatischen Hotels bekommt man meistens die abgepackten Konfitüren vom Schweizer Konkurrenten... ;-)
Aber solange es fuer Darbo in Europa gut laeuft, wird das wahrscheinlich nicht wirklich interessant sein.
Dafuer streckens den nicht mit wasser wie viele andere siruphersteller, und kann daher sehr locker mischen (ich verwend meist 1:13 ca. statt 1:6 wie angegeben.)
Bei manchen Yo sirups hab ich ueberhaupt nur noch 15% fruchtanteil gesehen, rest wasser, aromen, zucker. Bei darbo sinds immerhin ca. 50% fruchtanteil - klar dass das dann teurer ist.
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