Grazerin erstickte Säugling nach Geburt

10. August 2009, 10:22
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22-Jährige wollte Tat verheimlichen - Wegen starker Blutungen ins Spital eingeliefert

Graz - Eine 22-jährige Grazerin soll ihren neugeborenen Sohn kurz nach der Geburt erstickt haben. Wie es von der Polizei am Montag hieß, hatte die Frau das Kind am Wochenende zur Welt gebracht und es unmittelbar danach getötet. Sie verheimlichte zunächst die Tat, musste aber aufgrund starker Blutungen ins Spital gebracht werden. Das ärztliche Personal alarmierte die Polizei, die das tote Kind dann im Haus der Frau fand.

"Psychischer Ausnahmezustand" 

Das Kind hatte laut einem Ermittler "vollausgebildete Lungen und wäre lebensfähig gewesen". Eine Einvernahme der 22-Jährigen sei noch nicht möglich gewesen, da sie sich in einem "psychischen Ausnahmezustand" befinde. Auch den Vater des Kindes, der nicht bei der jungen Frau gewohnt haben dürfte, habe man noch nicht befragen können.

Die Tat ist erst am Montag von den Behörden bekanntgegeben worden. Nach bisherigen Ermittlungen des Landeskriminalamtes Steiermark hat die 22-jährige Grazerin am Samstag in der Früh gegen 2.00 Uhr im Wohnhaus ihrer Eltern in Graz den Knaben geboren und unmittelbar danach erstickt. Die Nabelschnur sei durchtrennt gewesen, so Ermittlungsleiter Anton Kiesl. Die Frau habe sich nach der Geburt schlafen gelegt, aber dann schwere Blutungen bekommen. Gegen 18.26 Uhr wurde sie mit starken Blutungen ins LKH Graz eingeliefert.

Eltern putzten Blutspuren weg

Dort wurde man stutzig, weil klar eine Schwangerschaft vorlag, aber das Kind fehlte. Das medizinische Personal alarmierte die Polizei, ferner begaben sich Rettungskräfte sofort zum Wohnhaus der Eltern, um den Säugling zu suchen. Laut Polizei waren die Eltern gerade dabei, die massiven Spuren der Blutungen wegzuputzen.

Der tote Säugling wurde in dem von der Verdächtigen bewohnten eigenen Teil des Wohnhauses gefunden. Eine Obduktion der Leiche ergab, dass es sich um einen voll ausgereiften und lebensfähigen Buben gehandelt hat. Inwiefern noch jemand außer der Frau von der Schwangerschaft wusste, müsse erst in den Befragungen geklärt werden. (APA)

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