Gewalt gefährdet die Wahlen

10. August 2009, 07:40
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Viele Kandidaten verzichten auf Wahlkampf

Kabul - Die bevorstehenden Wahlen in Afghanistan sind nach Einschätzung der Vereinten Nationen durch die zunehmende Gewalt im Land gefährdet. Angriffe von Aufständischen und Drohungen hätten die Vorbereitungen für die Abstimmung am 20. August behindert und könnten viele Afghanen vom Wählen abhalten, heißt es in einem am Sonntag veröffentlichten UNO-Bericht.

In den am stärksten von der Gewalt betroffenen Gebieten würden aus Angst vor Anschlägen wesentlich weniger Menschen als in der Vergangenheit an politischen Veranstaltungen teilnehmen. In einigen Provinzen wie etwa in Ghazni im Süden des Landes würden die Kandidaten überhaupt keinen Wahlkampf führen, sondern lediglich Plakate schicken.

Dem Bericht zufolge wurden bisher neun Menschen bei Übergriffen getötet, die vermutlich im Zusammenhang mit den Wahlen standen, darunter vier Mitarbeiter der Kampagnenteams von Präsident Hamid Karzai, der bei den Wahlen im Amt bestätigt werden dürfte. Zudem habe es unzählige Mordversuche gegeben. Besonders Kandidatinnen und Wählerinnen seien gefährdet. Die radikal-islamischen Taliban sind strikt gegen die Teilnahme von Frauen am politischen Prozess.

Gewalt-Spitze

Die Gewalt in Afghanistan ist derzeit auf dem höchsten Stand seit dem Sturz der Taliban Ende 2001. Vor allem im Süden und Osten des Landes, den traditionellen Taliban-Hochburgen, ist die Lage kritisch. Die Taliban wollen das Land vor den Wahlen weiter destabilisieren und haben überdies angekündigt die Abstimmung zu behindern. Diplomaten befürchten, dass Gewalt und Einschüchterungen am Tag der Abstimmung die Wahlbeteiligung drastisch senken oder Betrugsvorwürfe das Land weiter destabilisieren könnten. Die USA haben Tausende zusätzliche Soldaten nach Afghanistan entsandt, um die Wahlen zu sichern.

Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Susan Rice, erklärte am Sonntag im Fernsehsender CNN, Ziel sei es, der Bevölkerung Afghanistans eine freie und sichere Stimmabgabe zu ermöglichen. Der nationale US-Sicherheitsberater Jim Jones schloss in einem Interview des Fernsehsenders CBS eine weitere Aufstockung der Truppen nicht aus. Ein Sturz der afghanischen Regierung durch die Taliban droht nach seiner Einschätzung derzeit jedoch nicht. (APA/Reuters)

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