Obama versprach Mexiko Hilfe im Kampf gegen Drogenhandel

10. August 2009, 14:48
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Gipfel-Auftakt mit Beratungen über Drogenkriminalität in Mexiko

Guadalajara - US-Präsident Barack Obama hat Mexiko die Unterstützung der USA im Kampf gegen den Drogenhandel versichert. Zum Auftakt des Nordamerika-Gipfels in Guadalajara vereinbarten Obama und Gastgeber Felipe Calderon am Sonntag eine stärkere Zusammenarbeit an der gemeinsamen Grenze. Bei dem Gipfeltreffen, an dem auch Kanadas Regierungschef Stephen Harper teilnimmt, sollte es um die Schweinegrippe und die Wirtschaftskrise gehen.

Ein hochrangiger US-Vertreter sagte, Obama habe Mexikos Präsident Calderón die "starke Unterstützung" der USA im Kampf gegen die Drogenkartelle versichert, die in einem blutigen Machtkampf um die Kontrolle um die lukrativen Drogen-Schmuggelrouten in die USA kämpfen. Gleichzeitig habe der Präsident bei seinem ersten bilateralen Treffen mit Calderón am Tagungsort in Guadalajara aber verlangt, dass die mexikanischen Sicherheitskräfte bei ihrer Großoffensive gegen die Drogenmafia die Menschenrechte achten.

Eine intensivere Zusammenarbeit solle die Grenze zwischen beiden Ländern "sicherer" machen, erklärten die beiden Präsidenten mit Blick auf die organisierte Kriminalität. Sie solle jedoch auch den Handel zwischen den USA und Mexiko erleichtern. Die US-Regierung hat bereits eine Mitverantwortung für den Kampf der Drogenkartelle eingeräumt und zusätzliche Maßnahmen gegen den Schmuggel angekündigt. Calderón mahnte den Angaben zufolge die Freigabe versprochener Hilfsgelder durch den US-Kongress. Wegen Bedenken zur Einhaltung der Menschenrechte in Mexiko halten die Abgeordneten die zugesagten 1,4 Milliarden Dollar (knapp eine Milliarde Euro) bislang zurück.

Hilfe auch von Kanada

Auch Kanada kündigte an, Mexiko im Kampf gegen den Drogenhandel und die organisierte Kriminalität stärker zur Seite zu stehen. Sein Land werde mit jährlich 15 Millionen Dollar unter anderem die Ausbildung mexikanischer Polizisten unterstützen, teilte Harper kurz nach seiner Ankunft in Mexiko mit. In der mexikanischen Stadt Monterrey war erst am Sonntag die Anwältin Raquenel Villanueva getötet worden. Sie wurde als Verteidigerin bekannter Drogenschmuggler bekannt und entging bereits mehreren Anschlägen.

Obama und Calderon vereinbarten bei ihrem Treffen zudem eine stärkere Zusammenarbeit beider Länder, um sich gemeinsam auf die für den Herbst erwartete Zunahme der Schweinegrippe-Infektionen vorzubereiten. Die beiden Präsidenten sprachen den Angaben zufolge auch über die Situation von rund sechs Millionen mexikanischen Arbeitern in den USA. Streitthemen dürften bei dem bis Montag dauernden Treffen in Guadalajara zudem die US-Einwanderungspolitik und Beschränkungen für die Einreise von mexikanischen Lastwagen in die USA sein.

Am Sonntagmorgen demonstrierten in Guadalajara im Vorfeld des Gipfels hunderte Menschen unter anderem für die Erneuerung des Nordamerikanischen Handelsabkommens (NAFTA) zwischen den USA, Kanada und Mexiko und gegen die negativen Folgen der Globalisierung. Während des Gipfels sind mehr als 2000 Polizeibeamte und Sicherheitskräfte am Gipfelort im Einsatz. (APA)

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    Der kanadische Premierminister Stephen Harper (links), Mexikos Präsident Felipe Calderon (mitte) und US-Präsident Barack Obama bei einem kulturellen Termin im Rahmen des Nordamerika-Gipfels in Mexiko.

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