Direktor des Kahrisak-Gefängnisses verhaftet

9. August 2009, 22:10
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Polizei: Gefangene starben an Viruserkrankung

Teheran - Der Direktor des Kahrisak-Gefängnisses in Süd-Teheran ist am Sonntag verhaftet worden. In der Haftanstalt, die im Volksmund auch als "Teherans Guantanamo" gilt, war ein Großteil der bei den Demonstrationen Festgenommenen inhaftiert worden. Mehrere Insassen kamen ums Leben. Nach Untersuchung der Vorwürfe seien der verhaftete Direktor und zwei Gefängnisangestellte entlassen worden, berichtete die Nachrichtenagentur Fars.

Im vergangenen Monat hatte der Oberste Führer des Landes, Ayatollah Ali Khamenei, die Schließung des Gefängnisses angeordnet, weil es nicht den geforderten Standards entspreche. Die Gefangenen sollen inzwischen ins zentrale Evin-Gefängnis verlegt worden sein.

Tod nach Virusinfektion

Die in dem iranischen Gefängnis Kahrisak ums Leben gekommenen Demonstranten sind nach Angaben der Polizei an einer Virusinfektion gestorben. Der iranische Polizeichef hat am Sonntag zwar die Misshandlung von inhaftierten Demonstranten eingeräumt. General Ismail Ahmadi Moghaddam bestritt aber, dass Gefangene zu Tode gefoltert worden seien. Die Häftlinge seien nicht an Schlägen von Polizeibeamten, sondern an einer Viruserkrankung gestorben, versicherte Moghaddam in einer am Sonntag von der halbamtlichen Nachrichtenagentur Ilna verbreiten Erklärung. Zur Art der Krankheit und der genauen Zahl der Todesopfer machte der Polizeichef zunächst keine Angaben. Medien hatten berichtet, dass einige inhaftierte Oppositionelle an Hirnhautentzündung gestorben seien.

Erst vor wenigen Tagen hatten die Behörden die Misshandlung von festgenommenen Demonstranten im Kahrisak-Gefängnis in Teheran eingeräumt. Die Polizei hatte am Donnerstag mitgeteilt, bei einer Untersuchung seien Regelverstöße in der Haftanstalt im Süden der Hauptstadt aufgedeckt worden. Laut Moghaddam wurden drei Wachleute festgenommen. (APA/dpa)

 

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