DNA-Test bewies Unschuld nach 23 Jahren Haftstrafe

9. August 2009, 19:01
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Wegen Vergewaltigung verurteilt

Austin - Nach 23 Jahren hinter Gittern haben DNA-Tests einen zu lebenslanger Haft verurteilten Mann im US-Bundesstaat Texas entlastet. Er sei unschuldig und sein "langer Albtraum" habe nun ein Ende, erklärte der Anwalt des 46-jährigen Ernest Sonnier. Sonnier war wegen Vergewaltigung zu der Haftstrafe verurteilt worden. Diesen Freitag kam er frei. Sonniers Mutter sagte, sie sei "glücklich und traurig zugleich". Sie habe immer gewusst, dass ihr Sohn unschuldig sei, da sie in der fraglichen Nacht, am Heiligen Abend 1985, mit ihm zusammen gewesen sei.

Nach Angaben einer Anwaltsgruppe, die sich um unschuldig Inhaftierte kümmert und der auch Sonniers Anwalt angehört, ist Texas der Bundesstaat mit den meisten unschuldig Verurteilten. Demnach wurden in den USA seit 1989 mittels DNA-Tests 241 Inhaftierte entlastet, 38 davon in Texas.

Texas ist auch der Bundesstaat mit den meisten vollstreckten Todesstrafen in den USA. Allein heuer wurden bereits 16 Menschen hingerichtet. Im Vorjahr waren insgesamt 18 Exekutionen durchgeführt worden. Die niedrigste Zahl seit der Wiedereinführung der Todesstrafe in Texas im Jahr 1976. Ursache war die vorübergehende Aussetzung von Exekutionen in den USA, während sich der Oberste Gerichtshof mit einer Klage gegen die Giftspritze befasste.

Der 53-jährige Reginald Perkins, der im Jänner dieses Jahres mit der Giftspritze getötet wurde, hatte bis zuletzt seine Unschuld beteuert. Er war verurteilt worden, seine Stiefmutter ausgeraubt und erdrosselt zu haben. Eine Stunde vor der Hinrichtung hatte Perkins erklärt: "Ich habe meine Stiefmutter nicht getötet. Ich habe sie geliebt. Texas tötet einen Unschuldigen." (APA, frei, DER STANDARD Printausgabe, 10.08.2009)

 

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