Konkurrenz will AUA-Vakuum füllen

9. August 2009, 18:58
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Hamburg International Airlines will einen Airbus ab 2010 in Linz stationieren

Konkurrenz-Airlines wollen das künftige Vakuum füllen, wenn sich die AUA systematisch aus dem Chartergeschäft zurückzieht. Hamburg International Airlines will einen Airbus ab 2010 in Linz stationieren.

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Wien/Innsbruck - Nach dem Closing der AUA-Übernahne durch die Lufthansa wird sich die AUA großteils aus dem Chartergeschäft zurückziehen. Das ist unter anderem eine der Vorgaben, die die EU-Wettbewerbskommission der AUA auferlegte. Ziel der AUA ist es, die hauptsächlich im Charterverkehr fliegende Boeing-737-Flotte ihrer Charter-Tochter Lauda Air im Liniendienst einzusetzen.

"Wir evaluieren, wie das Chartergeschäft weiter profitabel betrieben werden kann. Es wäre falsch dieses Geschäft ganz aufzugeben, aber Ziel ist es, die Flotte besser zu nutzen", sagte AUA-Vorstand Andreas Bierwirth zum Standard. Schließlich gebe es immer mehr Fluglinien, die sich auf dieses Segment spezialisierten. "Sicher ist, wir werden in Zukunft nicht mehr jedes Chartergeschäft annehmen können", so Bierwirth.

Abheben ab Linz

Einer dieser Spezialisten ist Hamburg International Airlines. Die 1998 gegründete Charter-Gesellschaft prüft, ab Sommer 2010 in Linz einen Airbus A319 zu stationieren. Damit soll eine zu erwartende Lücke der AUA geschlossen werden, um auch künftig klassische Charterziele rund um das Mittelmeer anzusteuern. Hamburg International fliegt von bis zu 20 Flughäfen in Deutschland nach Europa, Nordafrika und Asien.

"Wir haben mit gewisser Sorge vernommen, dass offensichtlich nicht mehr so viel Charterkapazität der AUA zur Verfügung steht", so der Innsbrucker Flughafendirektor Reinhold Falch. Der österreichische Markt sei für den Ferienflugverkehr im Sommer wie im Winter interessant. "Sollte die AUA ihre Kapazitäten reduzieren, dann wird jede andere Fluglinie die Slots (die zeitlichen Landefenster) übernehmen und sich diese Chance nicht entgehen lassen", glaubt Falch. Zudem ortet er größtes Interesse von FlyNiki, kommenden Winter verstärkt den lukrativen Incoming-Charterverkehr aus Russland und England nach Österreich zu bedienen - eine bisherige Domäne der AUA.

Wie weit Expansionspläne der kleinen österreichischen Fluglinien Welcome Air und Intersky aufgrund der Wirtschaftskrise noch machbar sind, ist ungewiss. Welcome Air evaluierte mögliche Linienflüge ab österreichischen Bundesländerflughäfen etwa nach Zürich, Intersky einen weiteren Ausbau ihrer Graz-Verbindungen.

Trennung von Ukraine-Anteilen

Trennen will sich die AUA aber ganz freiwillig von ihrem 22,5-prozentigen Anteil an den Ukraine International Airlines (UIA). AUA-Vorstand Peter Malanik will die Beteiligung, die seit 1996 gehalten wird, verkaufen. Aber nicht wegen EU-wettbewerbsrechtlichen Auflagen. "Dieser Anteil hat uns punkto Marktpräsenz in der Ukraine sehr geholfen. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten, in denen die Ukraine selber leidet und die Fluglinie sich in einem Privatisierungsprozess befindet, müssen wir entscheiden, wie wir mit dieser Position weiter umgehen." Angesichts des Marktumfeldes dürfte der Anteilsverkauf allerdings schwierig werden. (Kurt Hofmann, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10.8.2009)

  • Hamburg International fliegt mit acht Airbussen 319 und einerBoeing 737. Im Vorjahr wurden 785.000 Passagiere befördert.
    foto: hamburg international

    Hamburg International fliegt mit acht Airbussen 319 und einer
    Boeing 737. Im Vorjahr wurden 785.000 Passagiere befördert.

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