Mautz will Transparenz bei Gehältern

9. August 2009, 12:39
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Die SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin hat "keine Angst vor Quoten" - Druck auf ÖVP erhöhen

Wien - Mit Anfang August hat Andrea Mautz ihren Arbeitsplatz in der SPÖ-Zentrale in der Wiener Löwelstraße bezogen: Die neue Bundesfrauengeschäftsführerin will sich künftig unter anderem für das Thema Gleichstellung am Arbeitsmarkt engagieren. Im Gespräch mit der APA forderte sie, die Transparenz bei Gehältern per Gesetz festzuschreiben und möchte den Druck auf den Regierungspartner ÖVP diesbezüglich erhöhen.

"Was mich endlos aufregt ist, dass Frauen für die gleiche Arbeit nicht gleich bezahlt werden, nur aus dem Grund weil sie Frauen sind", so die neue Geschäftsführerin. Welche Konsequenzen bei Nichteinhaltung der Gehältertransparenz drohen sollten, darauf wollte sie sich noch nicht festlegen. Zuerst müsste man sich ansehen, wie wirkungsvoll das Gesetz wäre. Mautz ortet jedenfalls Handlungsbedarf: "Spätestens der Equal Pay Day im Herbst müsste wieder allen zu denken geben, dass das (unterschiedliche Löhne, Anm.) noch immer möglich ist."

Auch was den Anteil von Frauen in Führungspositionen betrifft wünscht sie sich ein konsequentes Vorgehen: "Keine Angst vor Quoten. Sie sind kein besonders elegantes Mittel, aber sehr effektiv. Quoten machen echt Sinn, solange man von der Gleichstellung in der Gesellschaft noch so weit weg ist." Verzichtet die Wirtschaft auf Frauen, würde man auf viel Potenzial verzichten, zeigte sich Mautz überzeugt.

Kein Verständnis hat die 33-Jährige auch für die ÖVP-Position beim Thema Kindergeld, was die Frage der Alleinerzieherinnen betrifft. Mautz vertritt die SPÖ-Linie, wonach Alleinerzieher gleich lang Kindergeld beziehen können sollen wie Paare. "Ich verstehe die ÖVP-Position da wirklich nicht. Es kommt mir vor, als ob nicht jedes Kind gleich viel Wert wäre." Dass das Angebot missbraucht werden könnte, dieser Vorwurf sei "lächerlich". (APA)

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