Drink and drive

9. August 2009, 17:03
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Paul Kweton designte einen feschen Cup-Holder für den Fahrrad-Lenker

Während ich mir letzte Woche an dieser Stelle noch Gedanken über Retro-Getränkehalter machte, war Graf Foto - manche kennen seine feschen Motorrad-Fotos - schon wieder ein ganzes Eck weiter. Er hat im Netz eine Designstudie vom Wiener Paul Kweton gefunden. Paul Kweton arbeitet anscheinend als Designer in Houston und Wien und zeigt sich auf Facebook sprungfreudig.

Kweton dürfte früher ebenfalls Probleme mit schimmligen Trinkflascherln gehabt haben und hat deswegen einen Cup-Holder gebaut. Im Auto hat auch niemand Halterungen für komische Zuzelflaschen, sondern einen Becherhalter. Für ältere Kraxen, die zwar schon Fenster, aber noch keine Ausnehmungen für Getränkedosen haben, gibt es die Halter beim Fress-Discounter für nix. Die kann man aber nicht aufs Radl montieren, und außerdem schauen sie ein bisserl aus wie das, worauf meine Nachbarin sitzt.

Paul Kweton hat sich für seinen "ring-o-star", so heißt sein Becherhalter fürs Fahrrad, ein bisserl Aluminium, ein wenig Silikon und ein paar Tropfen Farbe genommen, die Teile miteinander kombiniert und so einen extravaganten Becherhalter fürs Fahrrad gebaut, der direkt am Lenker montiert wird. Und hier dürfte auch der Grund für den klingenden Namen zu finden sein. Denn wer damit wirklich seinen Kaffee durch die Gegend führt, schafft es mit einem Bruchteil meines Geschicks, dass er sich die Finger so verbrüht, dass Schreie, die an das Singsang eines Ringo Starr erinnern, locker drinnen sind.

Ist der Becher leer und im Mistkübel, kann man den "ring-o-star" sicher als Öse für das Fahrrad-Schloss verwenden. Mit zwei Becherhaltern am Lenker und zwei leeren Puderdosen kann man sich auch bestimmt ein schönes Rückspiegel-Set basteln. Mit so einem getunten Lenker erspart man sich den letzte Woche vorgestellten Radweg-Projektor, weil durch den „ring-o-star" das Fahrrad so breit wird, dass ohnedies kein Auto mehr vorbeikommt.

Selbstverständlich kann man den Becherhalter auch dergestalt missbräuchlich verwenden, indem man ihn als Transporthilfe für die Blumen benutzt, die man seiner Liebsten mitbringt. Dazu braucht man dann aber wirklich einen geraden Lenker. Bei einem Rennlenker kitzelt einem sonst die Brennnessel-Staude das Deo unter der Achsel raus. Wer einen Rennlenker hat, kann ja im Winter eine heiße Flüssigkeit in sein Becherl füllen, die sich dann bei jeder Kurbelumdrehung ganz automatisch, angenehm warm, über die kalten Knie ergießt.

Aber nun im Ernst: Der "ring-o-star" hat nicht nur eine hohe Eignung als Hüft-Preller in Fußgängerzonen. Mit zwei großen Sternkäfer-Cappucinos oder zwei Mecker Cappu Grande - oder wie immer die heiße, aufgeschäumte Haltbarmilch nun heißen mag - und einer homöopathischen Dosis Zucker kann man sich locker die Kalorien auf den Lenker schnallen, die man in zwei Stunden nicht abdastrampeln mag. Zusätzliches Feature des "ring-o-star": Weil die Vibrationen beim Fahren am Lenker doch recht hoch sind, fällt der Milchschaum auch nicht zusammen. Downhill muss man halt aufpassen, dass man nix verschüttet - und beim Wheelen, weil das Radl ein bisserl kopflastig wird. Aber sonst... (Guido Gluschitsch)

  • Brandblasen am kleinen Finger inklusive.
    foto: glu/web

    Brandblasen am kleinen Finger inklusive.

  • Da kommt kein Auto mehr vorbei!
    foto: glu/web

    Da kommt kein Auto mehr vorbei!

  • Schnell montierter Kaffebecher- oder Schnittblumenhalter.
    foto: glu/web

    Schnell montierter Kaffebecher- oder Schnittblumenhalter.

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