Gedenken an Niederschlagung der Demokratiebewegung vor 21 Jahren

8. August 2009, 18:49
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Demonstrationen in Tokio, Neu-Delhi und Bangkok

Bangkok - Mit Demonstrationen in Japan, Indien und Thailand haben hunderte Exil-Burmesen am Samstag an die vom Militär blutig niedergeschlagenen Studentenproteste in ihrem Land vor 21 Jahren erinnert. Etwa tausend Exil-Burmesen und Japaner mit weißen T-Shirts und roten Stirnbändern marschierten in Tokio zur burmesischen Botschaft. Sie forderten die Freilassung der Symbolfigur der Demokratiebewegung und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi. An die japanische Regierung appellierten die Demonstranten, die burmesische Militärjunta nicht zu unterstützen. In Neu-Delhi demonstrierten hundert Menschen in der Nähe des Parlaments. Vor der burmesischen Botschaft in der thailändischen Hauptstadt Bangkok versammelten sich etwa 50 Exil-Burmesen und riefen "Wir wollen Demokratie".

Weitere Kundgebungen waren unter anderem in Frankreich und Kanada geplant. In der burmesischen Metropole Rangun war es am Samstag ruhig. Anlässlich des 21. Jahrestags der Proteste wurden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Die staatliche Zeitung "The New Light of Myanmar" übte deutliche Kritik an der Opposition. "Die Regierung und die Menschen haben zusammen lange hart gearbeitet, um unsere Nation zu dem zu machen, was sie heute ist. Deswegen können wir nicht zulassen, dass das zerstört wird", schrieb das in englischer Sprache herausgegebene Sprachrohr der Junta.

Studentenproteste

Am 8. August 1988 hatten in dem südostasiatischen Land Studentenproteste begonnen, bei deren Niederschlagung im September mehr als 3000 Menschen ums Leben kamen. 1962 hatte General Ne Win die Macht an sich gerissen, er trat Ende Juli 1988 zurück; sein Nachfolger General Sein Lwin, der die Repression leitete, musste aber nach wenigen Wochen ebenfalls abtreten. Im September 1988 übernahm eine Junta unter General Saw Maung die Macht. Saw Maung wurde 1992 von General Than Shwe abgelöst.

Bei Wahlen zu einer Verfassungsgebenden Nationalversammlung im Mai 1990 errang die "Nationale Liga für Demokratie" (NLD) unter Aung San Suu Kyi die Vierfünftelmehrheit. Die Junta verhinderte die Konstituierung der Volksvertretung, ließ zahlreiche gewählte Parlamentarier einsperren und verschärfte die Repression. (APA)

 

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