Rechtsextremer Aufmarsch gegen Roma

8. August 2009, 18:10
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Polizei löste Kundgebung mit Hilfe von Wasserwerfer auf

Bratislava - In dem ostslowakischen Dorf Sariske Michalany hat die rechtsextremistische "Slowakische Gemeinschaft" (Slovenska pospolitost) ein Meeting gegen "Terror von Seiten der Roma" veranstaltet. An dem Treffen nahmen ungefähr 300 Sympathisanten von rechtsextremistischen Gruppierungen teil. Unter ihnen waren auch Mitglieder der "Arbeiterpartei" aus der Republik und Mitglieder von rechtsextremistischen Gruppierungen aus Ungarn.

Die Polizei, es waren auch Spezialeinheiten an Ort und Stelle, hat die Demonstration mit der Hilfe von Wasserwerfer aufgelöst. Marian Kotleba, der Chef der "Slowakischen Gemeinschaft", wurde festgenommen. Vor seiner Festnahme erklärte er, die Demonstranten würden sich so lange in dem Dorf aufhalten, bis sie von einem Regierungsvertreter eine Erklärung bekämen, was die Regierung gegen den "Terror vonseiten der Roma" zu unternehmen beabsichtige.

Überfälle

In dem Dorf wurde in der Vorwoche ein älterer Mann überfallen, der bei dem Überfall ein Auge verlor. Im Vorjahr wurde bei einem Überfall eine Verkäuferin in einem Lebensmittelgeschäft getötet. Laut der Online-Ausgabe der Tageszeitung "Sme" zeigten die Bewohner des Dorfes Sympathien für die Demonstranten. "Niemand interessiert sich für unsere Probleme des Zusammenlebens mit der Roma-Gemeinschaft", so ein Einwohner zur Tageszeitung "Sme".

Die "Slowakische Gemeinschaft" wurde Anfang dieses Jahres vom Innenministerium wegen Verfassungswidrigkeit ihrer Statuten als politische Partei verboten. Nach einem Einspruch hat das Gericht die Entscheidung des Innenministeriums annulliert mit de Begründung, das Innenministerium habe bei der Entscheidung einen administrativen Fehler gemacht. (APA)

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