Wiener Labor bestätigt Dopingvorwürfe gegen Di Luca

8. August 2009, 16:17
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Experten in Wien werteten Resultate der B-Probe aus - Di Luca droht als Wiederholungstäter lange Sperre

Rom - Ein Wiener Labor hat nach der Auswertung der Resultate der B-Proben die Doping-Vorwürfe gegen den italienischen Radprofi Danilo Di Luca bestätigt. Di Luca war während des heurigen Giro d'Italia in zwei Blutproben vom 20. und 28. Mai das EPO-Präparat CERA nachgewiesen worden. Die Experten in Wien bestätigten nun die Ergebnisse der positiven Tests, die vom französischen Anti-Dopinglabor in Chatenay-Malabry ermittelt worden waren, berichteten italienische Medien am Samstag.

Damit sind nach den internationalen Anti-Doping-Regeln die Prozeduren in Zusammenhang mit der B-Probe abgeschlossen. Der 33-jährige Di Luca war am 22. Juli aufgrund der positiven A-Proben, die im Anti-Doping-Labor in Paris ausgewertet worden waren, vorläufig suspendiert worden. Er behauptet, dass die in Frankreich angewendeten Anti-Doping-Testmethoden nicht zuverlässig seien.

Di Luca hatte im Giro zwei Etappen gewonnen, acht Tage lang das Rosa Trikot des Spitzenreiters getragen und die Rundfahrt als Gesamt-Zweiter hinter dem Russen Denis Mentschow beendet. Der Gesamtsieger des Giro 2007 versicherte gegenüber italienischen Medien, er habe CERA nie verwendet. "Nachdem so viele Sportler bereits damit erwischt worden sind, wäre ich wirklich dumm gewesen, es zu nehmen", erklärte Di Luca.

Italiens Verband bestätigt

Der italienische Radprofi Danilo Di Luca steht vor dem vorzeitigen Ende seiner Karriere. Der italienische Radsport-Verband (FCI) bestätigte am Samstag Presseberichte, wonach die B-Probe die im Juli veröffentlichten Ergebnisse der A-Proben bestätigt haben. Di Luca droht als Wiederholungstäter eine Sperre von vier Jahren. Bereits vor den Analysen der Gegenproben in Chatenay und Wien hatte er erklärt: "Wenn auch die B-Probe positiv ist, höre ich mit dem Radrennsport auf."

Trotz dieser Rücktrittsankündigung erklärte Di Lucas Anwalt Ernesto De Toni am Samstag, weiter gegen eine Doping-Verurteilung seines Mandanten kämpfen zu wollen. "Wir haben sowohl Zweifel bezüglich der Analysemethoden, als auch bezüglich der Ergebnisse", sagte De Toni. Di Luca sei gelassen. In der vergangenen Woche hatte er betont, nie mit CERA gedopt zu haben.

Im Falle einer Doping-Verurteilung droht Di Luca nicht nur das sofortige Karriereende, sondern auch eine hohe Schadensersatzforderung. Giro-Renndirektor Angelo Zomegnan kündigte bereits juristische Schritte an: "Wir müssen angemessene Maßnahmen prüfen, um das Event und sein Image zu schützen", hatte Zomegnan im Juli erklärt.

Di Luca war vom Nationalen Olympischen Komitee Italiens (CONI) bereits im Oktober 2007 wegen seiner mutmaßlichen Verbindungen zum umstrittenen Arzt Carlo Santuccione für drei Monate gesperrt worden. Der Arzt soll Sportler mit Dopingpräparaten versorgt haben, die Affäre ging unter dem Namen "Oil for Drugs" als unrühmliches Kapitel in die Radsport-Geschichte ein. Die Staatsanwaltschaft nahm die Ermittlungen in den vergangen Wochen wieder auf und durchsuchte sowohl das Haus von Di Lucas als auch das von Santuccione.

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