Apple nimmt zu AppStore-Sperrungen Stellung

8. August 2009, 15:42
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Wörterbuch wurde aus dem Store entfernt, wegen "schmutziger" Worte - Vorfall chlug hohe Wellen in den USA

Der US-Computerkonzern Apple ist aufgrund der Sperrung eines Wörterbuches, dass "schmutzige Worte" enthielt, in diversen US-Medien heftig kritisiert worden. Die Aufregung um die Sperre ist auch bei Apple nicht ungehört verhallt - erstmals hat der Konzern nun zu einer Sperre Stellung bezogen.

"Ass" und "Snatch"

Die gesperrte iPhone-Applikation "Ninjawords", basierend auf dem freien Wörterbuch "wiktionary", wurde aus dem App Store entfernt udn aufgefordert "schmutzige Worte" wie "Ass" oder "Snatch" aus seinem Angebot zu nehmen beziehungsweise entsprechend zu zensurieren.

"Im Vergleich zu Apple ist ja Walmart liberal"

 John Gruber, ein bekannter US-Apple-Experte, hatte in seinem Blog detailliert geschildert, wie der Computerkonzern in seinem iPhone App Store den Anbieter eines Wörterbuchs zur Zensur veranlasst hatte. "Im Vergleich zu Apple ist ja Walmart geradezu liberal", schrieb Gruber. Die US-Kette "Walmart" ist berüchtigt für die Zensur "anstößiger" Musik und Filme. Nachdem US-Medien die Geschichte aufgegriffen und publik gemacht hatten, reagierte Apple und ließ von seinem Marketing-Chef Phil Schiller eine Antwort verfassen.

Unglückliche Verkettung von Ereignissen

Schiller, weltweiter Marketingchef von Apple, schrieb in seiner E-Mail, dass Apple richtig gehandelt habe und verteidigte das Vorgehen des Computerkonzerns. Man werde versuchen auf die EntwicklerInnen zuzugehen. Man habe Matchstick Software, den Hersteller der Software, aber nicht dazu aufgefordert, "Ninjawords" zu zensieren. Es sei vielmehr die eigene Entscheidung des Unternehmens gewesen, um schneller in den App Store zu kommen. Die Einreichung der App sei zu einem ungünstigen Zeitpunkt erfolgt, kurz vor der Einführung der iPhone-Firmware-Version 3.0, die umfangreiche "Parental Controls"-Funktionen zum Jugendschutz integriert hat.

Abwarten

Apple wollte nicht zensieren, sondern habe dem Hersteller sogar empfohlen noch abzuwarten, bis die Firmware 3.0 erschienen ist, erklärt Schiller. Was Schiller allerdings ausspart, sind Erläuterungen der App Store Kontrollen, denn diese sollen für das Produkt von Matchstick Software aufgrund der besagten Worte ein schülerunfreundliches "ab 17"-Rating vorgesehen haben. Im App Store finden sich einige Applikationen, die ebenfalls "anstößige" Worte enthalten würden, aber nicht erst ab 17 Jahren zugänglich sind, so die EntwicklerInnen.(red)

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