Scharfe Kritik der EU an Massenprozessen

10. August 2009 12:25

Ratspräsident: Scheinprozesse "richten sich gegen ganz Europa" - Teheran weist Kritik zurück

Im Iran stehen dutzende Regimekritiker vor Gericht, angeklagt sind auch eine Französin und Mitarbeiter europäischer Botschaften. Die EU ist empört. Frankreichs Präsident Sarkozy fortert die  rasche FreilassungDie Revolutionsgarden fordern eine breitere Abrechnung mit der Opposition.

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Teheran - Ungeachtet internationaler Proteste sind im Iran eine Französin sowie zwei Mitarbeiter europäischer Botschaften vor Gericht gestellt worden. Das Gericht klagte sie iranischen Medienberichten zufolge an, die Proteste nach der Wiederwahl von Präsident Mahmoud Ahmadi-Nejad geschürt zu haben.

Die französische Staatsbürgerin und die Mitarbeiter der französischen und der britischen Botschaft in Teheran seien demnach Teil einer westlichen Verschwörung, deren Ziel der Sturz der islamischen Führung sei. Bei der zweiten Runde in dem Massenprozess innerhalb einer Woche wurden zudem erneut dutzende Regierungskritiker angeklagt. Die EU, Frankreich und Großbritannien verurteilten die Prozesse scharf.

"Jede Handlung gegen einen Mitgliedsstaat, einen Bürger oder Botschaftsmitarbeiter wird als Handlung gegen die gesamte EU betrachtet" , erklärte die schwedische EU-Ratspräsidentschaft. Dementsprechend werde die EU auch reagieren. Konkrete Schritte wurden bisher jedoch nicht genannt. Es handle sich offenbar um "einen Schauprozess gegen die EU" , sagte Schwedens Außenminister Carl Bildt. Der britische Außenminister David Miliband sprach von unbegründeten Vorwürfen. Einer der Angeklagten, der Iraner Hussein Rassam, Chefanalyst in der britischen Botschaft, habe lediglich seine beruflichen Pflichten erfüllt, betonte Miliband. Auch Frankreich wies die Vorwürfe gegen sein Personal mit Nachdruck zurück.

Staatschef Nicolas Sarkozy dringt auf eine rasche Freilassung der inhaftierten Universitätslektorin. Sarkozy setze sich mehr als je zuvor bei all jenen ein, die zu einer schnellen Lösung und zur Befreiung der Französin beitragen könnten, erklärte am Montag das Präsidentschaftsamt. Dass die 24-jährige Lektorin rasch freikomme, sei "sein wichtigstes Ziel" in dieser Angelegenheit. Der Präsident, der seit zehn Tagen in Südfrankreich im Urlaub ist, verfolge die Entwicklung des Falles "äußerst aufmerksam".

Teheran weist Kritik zurück

Die iranische Führung wies die EU-Kritik scharf zurück. Außenamtssprecher Hassan Ghashghavi sagte am Montag vor Reportern in Teheran, die Verfahren seien "interne juristische Angelegenheiten" des Iran und nicht Sache der EU. Namentlich kritisierte Ghashghavi den schwedischen Außenminister. "Diese Bemerkung, dass ein rechtmäßiger Prozess in einem Land gleichzeitig 27 andere Staaten herausfordert, spottet jeder juristischen Logik", sagte Ghashghavi.

Auch im Atomstreit schlug der Sprecher einen harten Ton an. "Wir sind nicht gegen Verhandlungen, aber wir erlauben den Weltmächten nicht, uns mit Fristen unter Druck zu setzen", sagte Ghashghavi. Auf dem G-8-Gipfel im Juli im italienischen L'Aquila hatten die westlichen Industriestaaten und Russland dem Iran eine Frist bis September gesetzt, um auf das Angebot zu neuen Gesprächen zu reagieren.

Französische Sprachlehrerin gefährte nationale Sicherheit

Der französischen Sprachlehrerin Clotilde Reiss (24) wurde laut Medienberichten vorgeworfen, die nationale Sicherheit gefährdet zu haben, indem sie sich an den Protesten beteiligte, Informationen darüber sammelte und Bilder der Unruhen ins Ausland versendete.

Reiss und der Mitarbeiter der britischen Botschaft legten den Berichten zufolge Geständnisse ab und baten um Gnade. Sie habe einen einseitigen Bericht über die Lage in Isfahan verfasst und diesen der Kulturabteilung der französischen Botschaft übergeben, wurde Reiss zitiert.

Der Mitarbeiter der britischen Botschaft sagte laut den Medienberichten aus, er sei von seinen Vorgesetzten zur Teilnahme an den Demos aufgefordert worden. Auch mehrere britische Diplomaten, darunter der Botschafter, seien auf die Demonstrationen gegangen.

Die iranische Revolutionsgarden forderten unterdessen Prozesse gegen die bei der umstrittenen Präsidentschaftswahl unterlegenen Kandidaten Mir-Hossein Mussavi und Mehdi Karrubi sowie gegen den Ex-Präsidenten Mohammed Khatami wegen ihrer Rolle bei den Protesten. Als "wichtigste Verdächtige" müssten sie festgenommen, vor Gericht gestellt und bestraft werden, zitierte die Nachrichtenagentur IRNA Yadollah Javani, einen hochrangigen Befehlshaber der Revolutionsgarden. (AP, Reuters, red/DER STANDARD, Printausgabe, 10.8.2009)

Kommentar posten
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Sushi Pizza Science
 
11.08.2009 01:04
Klar

Klar weist Therean die Vorwürfe zurück. Was denn sonst? Eine objektive Bewertung ist in dem Fall nicht möglich. Aber dass politischen Gegenkandidaten der Prozess gemacht wird, spricht eine deutliche Sprache.

Bernout
 
10.08.2009 23:21
Völlig üblich im Iran.

Jungfrauen dürfen ja bekanntlich nach islamischen Recht nicht hingerichtet werden.

Hafner
10.08.2009 16:13
30 verschiedene Artikel zum Iran ..

... da wird die Manipulation offensichtlich. Wir sollen weichgeklopft werden.
Hatten wir schon in Afghanistan und im Irak.
Schauen wir einmal auf die Landkarte: Wenn die USA auch den Iran beherrschen, welche Auswirkungen hätte das auf die Region?

Timagoras
 
10.08.2009 22:32
"Wir sollen weichgeklopft werden"


stimmt!

der angriff der imperialisten auf den Iran steht garantiert unmittelbar bevor.

5. stent, herzkranz
10.08.2009 17:35
USA brauchen das Erdöl, jeden Tropfen!

waterlily
13.08.2009 19:31

Vielleicht brauchen die USA jeden Tropfen Öl, mag schon sein. Aber die Menschen im Iran brauchen Freiheit, ein funktionierendes Rechtssytem mit Gleichberechtigung von Mann und Frau und eine demokratische Regierung!

farsad kambiz
11.08.2009 12:38
nur zur info:

die amerikaner verbrauchen kein tropfen öl von iran.
das sind eher die europäer und chinesen.
vorher recherchieren dann posten !

ali salod
10.08.2009 19:04

aha, sind jetzt wieder die USA schuld

3301
10.08.2009 18:23

da du scheinbar nicht die usa bist , somit kein öl brauchst :
bitte , bitte nenn mir das modell von deinem holzcomputer .

farsad kambiz
13.08.2009 15:15
nein, er hat so eins mit kurbel !

vermieter2
10.08.2009 14:53
Filmtipp: Showdown im Iran


http://tinyurl.com/m9uubn

1+2=2 NOCH!

3301
10.08.2009 18:36

ja , und wir wissen auch alle um den furchtbaren komplex der islamischen staaten gegenüber dem westen ?

es braucht wirklich keinen einzigen weiteren film , um dies zu belegen .
diese tatsache ist bereits bestens belegt !

gideon
10.08.2009 13:54
Das Schweigen des Präsidenten!

Wo ist eigentlich Obama Barak Hussain?

Kowosch
 
10.08.2009 22:03
Obama Barak Hussain

Schreiben Sie neben gelegentlichen Kommentaren hier auch Beiträge auf "conservapedia"?

hamstertier
10.08.2009 14:52
an gideon

ich nehm mal an, im weißen haus. warum wollen sie das wissen?

seed
10.08.2009 13:29
menschenjäger!

schreibtischtäter!

Karl-Heinz Rumgenippe
10.08.2009 12:58

Die Kritik der EU nimmt der Iran sowieso nicht ernst. Die EU ist ein zahnloser Papiertiger. Dazu will sich Obama mit den herrschenden Figuren im Iran bedingunglos zu Verhandlungen treffen. Wovor sollten Khamenei und Konsorten also Angst haben? Die können machen was sie wollen und der Westen kommt trotzdem mit der Bitte um Verhandlungen angekrochen.

mief quirl
12.08.2009 16:45

Die fürchten sich aber doch eh schon voll vor der Postingwelle im Standart äh Standard....

kater bruno
10.08.2009 12:48
Volk

Die Revolutionsgarden mit ihren Holocaustleugner ist mit der SA (3.Reich) ident. Und zusätzlich wird mit dem Religionsschmäh das eigene Volk unterdrückt. Islam ist eine einzige Lüge und Unterdrückung des Volkes (besonders der Frauen.

Sir_Bené_Myles
10.08.2009 16:34
nicht der islam selber ist schlecht, sondern eine islamische regierung!

ich kenn genug islamische frauen die sich nicht unterdrücken lassen und auch kein kopftuch oder ähnliches tragen. der islam ist eigentlich nicht so schlecht. kommt nur drauf an wie man ihn lebt. ( und das gilt für jede religion!).

Aber wenn eine Regierung mit dem Koran oder der Bibel ganz egal ihre Gesetze schafft, dann wird die Religion in den Dreck gezogen, weil die jenigen nichts anderes außer die komplette Machtergreifung durch einen Glauben anstreben.

das ist halt meine Meinung.

Take it or leave it!!!

Madame Haram
11.08.2009 20:48
Naja, wenn im Koran - der ja wohl eine wichtige Grundlage des Islam darstellt - explizit drinsteht,

dass ein Mann sein "widerspenstige" Frau prügeln darf, könnte man schon annehmen, dass die Religion an sich daneben ist.

Allerdings glaube ich auch, dass es Muslime gibt, mit welchen man gut zusammenleben kann: und zwar solche, die ihre Religion weitestgehend ignorieren. (ist übrigens auch beim Katholizismus zu empfehlen).

4green2
12.08.2009 13:15

sie solten mal lesen lernen!

das steht da nicht "so" drin. ich wette, sie haben das buch genau so gelesen wie den artikel:
- sie haben den artikel garnicht gelesen oder nur so lange bis sie keine lust mehr haben, aber dafür die kommentare und geben dann ihren senf dazu ab.

meine empfehlung: lesen sie dieses buch doch mal ganz, schaden kanns ja nicht. oder haben sie angst, dass sie sich danach in die luft sprengen werden?

Madame Haram
13.08.2009 10:22
Freilich, wenn Raunzer wie Sie in Ihrem Wahn

Rumpelstilzchen-like darauf bestehen, dass im Koran nur Liebe und Toleranz gepredigt wird (und alles andere Übersetzungsfehler oder Interpretationsfehler etc. sind) ist das sehr glaubwürdig und wird mich bestimmt dazu verleiten, doch noch daran zu glauben, dass der Islam die "Religion des Friedens ist"...

4green2
13.08.2009 17:01

glauben sie doch woran sie wollen. wichtig ist das sie gutes tun und ihr hirn aktivieren und zumindens mal über alles nachdenken. der islam steht für frieden, das ändert auch nicht daran das ein paar menschen meinen götliches recht zu besitzen und terror zu veranstalten. aber auch nicht die, die versuchen mit propagande und gezielter falsch informationen menschen wie sie zu verunsichern. sie können sagen was sie wollen, islam eine wissens religion, wissen sie nichts oder steben sie nicht danach dann haben sie nicht diese religion. sie nehmen doch auch nichts einfach so hin, oder? sie wollen doch auch nur gutes tun, oder? sie würden doch auch nicht bewust böses tun madame haram?

schwarzweiss
11.08.2009 15:00

Ich finde auch die Religionen wären nicht so schlecht, wenn nur keiner daran glauben würde,oder zumindest an die transportierten Weltbilder darin(alle die ncht daran glauben kommen in die Hölle. Das ist nicht Demokratieverträglich, wer eine andere Meinung hat ist des Teufels).
Und wenn man den Vertretern der Religionen alle Macht und Einfluss nehmen würde.

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