Anti-Terror-Erfolg

7. August 2009, 19:44
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Es ist fraglich, ob Baitullah Mehsuds Nachfolger in der Lage sein wird, eine ähnliche Funktion zu übernehmen - Von Julia Raabe

Wenn Baitullah Mehsud wirklich tot ist, wie es heißt, können Pakistan und die USA einen großen Erfolg in ihrem Anti-Terror-Kampf verbuchen. Der pakistanische Talibanführer galt als einer der meistgesuchten Terroristen weltweit. Welche Gefahr von ihm ausging, zeigt die lange Liste von Anschlägen, für die er verantwortlich gemacht wird.

Tatsächlich könnte der Verlust des Anführers die Taliban schwächen - in erster Linie in Pakistan und nicht in Afghanistan, Mehsud konzentrierte sich auf den Kampf gegen die Regierung in Islamabad. Er soll es gewesen sein, der konkurrierende Gruppierungen zusammenbrachte. Es ist fraglich, ob sein Nachfolger in der Lage sein wird, eine ähnliche Funktion zu übernehmen - oder ob die Konflikte zwischen den Gruppen wieder stärker zum Tragen kommen.

Sein Tod könnte ein weiteres Zeichen dafür sein, dass die pakistanischen Behörden verstärkt gegen die Aufständischen vorgehen wollen - wie auch schon die Offensive der Armee gegen die radikalen Islamisten im nordpakistanischen Swat-Tal gezeigt hat. Islamabad steht unter enormem Druck der USA, mehr gegen die Taliban zu tun. Mehsud war angeblich lange von Teilen innerhalb der pakistanischen Sicherheitskräfte geschützt und nun womöglich verraten worden.

Wie nachhaltig eine solche Schwächung ist, dürfte aber auch davon abhängen, wie entschlossen Pakistans Sicherheitskräfte nun gegen Taliban-Stützpunkte und Strukturen der Aufständischen im Grenzgebiet vorgehen. Dafür gilt es, das entstandene Vakuum zu nutzen. (Julia Raabe/DER STANDARD, Printausgabe, 8./9.8.2009)

 

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