Frauenfußball mit Schleier

7. August 2009, 18:41
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Arte-Doku am Samstag: Iranerinnen kicken gegen Berlinerinnen

Ein iranischer Freund erzählt Marlene, dass es im Iran eine Frauennationalmannschaft gibt. Die Spielerinnen trainieren regelmäßig, haben aber noch nie gegen eine andere Mannschaft gespielt. Marlene, "Rechtsfuß" und Linksverteidigerin der Berliner Frauenmannschaft aus Kreuzberg, findet, "dass sich das ändern muss".

Geschichte junger Fußballspielerinnen

Mehr als ein Porträt iranischer Frauen mit einer überraschenden Leidenschaft erzählt die Doku "Anstoß in Teheran" die Geschichte junger Fußballspielerinnen aus Deutschland auf einer ungewöhnlichen Reise. Wie sie sich - teilweise selbst im migrantischen Umfeld groß geworden - an die fremde Kultur annähern. Die Regisseure Ayat Najafi und David Assmann fangen die staunenden Blicke der jungen Frauen ein, wie sie in Teheran auf die Gegnerinnen treffen. Die sind skeptisch: "Endlich will jemand gegen uns spielen - und ihr lacht darüber!" Und sind bald zu nett: "Als gute Gastgeberinnen müssen wir sie mehr Tore schießen lassen als wir", schlägt eine der iranischen Spielerinnen vor. Die Idee wird schließlich über den Haufen geworfen.

Stadionverbot

Im Iran dürfen Frauen nicht ins Stadion. Eine verkleidet sich als Bub: Mit Baseballkappe läuft sie dem Ball nach, wenn sie alleine trainiert. Dabei kann Frauenfußball im Iran auf eine lange Tradition zurückblicken: Die Trainings begannen 1968, wurden freilich dazwischen lange ausgesetzt.

An jenem Apriltag des Jahres 2006 tanzen sie wieder: Die Berliner Fußballerinnen mit weißem Schleier heben sich von ihren Gegnerinnen in Schwarz gut ab. Packendes Spiel, bildstarke Doku - eine runde Sache. (prie/DER STANDARD; Printausgabe, 8.8./9.8.2009)

Anstoß in Teheran, Sa., 18.05, Arte

 

 

  • Berliner Fußballerinnen auf dem Fußballplatz in Teheran: Nach dem Match warteten die Autogrammjägerinnen.
    foto: arte

    Berliner Fußballerinnen auf dem Fußballplatz in Teheran: Nach dem Match warteten die Autogrammjägerinnen.

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