Bericht dokumentiert Verletzungen der Menschenrechte

7. August 2009, 17:38
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Acht Tote und 2.000 Verhaftungen seit dem Sturz Präsident Zelayas - der FIAN-Report zum Download

Wien/Heidelberg - Seit der Entmachtung des honduranischen Präsidenten Manuel Zelaya am 28. Juni sei es in Honduras "zu systematischen und gravierenden Menschenrechtsverletzungen gekommen". Das geht aus einem am Freitag in Washington vor der Interamerikanischen Menschenrechtskommission vorgestellten Bericht hervor, wie die "Internationalen Menschenrechts-Organisation für das Recht sich zu ernähren" (FIAN) in einer Aussendung mittelteil.

"Bis heute hat die Repression nach dem Staatsstreich acht Mitgliedern der Demokratiebewegung das Leben gekostet, insgesamt ist es zu über 2.000 willkürlichen Verhaftungen gekommen", beklagt Martin Wolpold-Bosien, FIAN-Mitglied und Ko-Autor des Berichts.

Im in Washington vorgestellten Bericht einer Menschenrechtsmission werden zahlreiche Menschenrechts-Verletzungen dokumentiert, die seit dem Putsch gegen Zelaya begangen wurden. Darunter die "widerrechtliche Verhängung der Ausgangssperre, die Aussetzung von Verfassungsgarantien, eine Welle von willkürlichen Verhaftungen (...) Übergriffe auf Journalisten, Eingriffe in die Pressefreiheit, politische Verfolgung und Einschüchterungen gegen Parlamentsabgeordnete, Bürgermeister, Menschenrechtsverteidiger/innen, und zahlreichen Vertreter/innen der Protestbewegung".

Aufruf zur Solidarität

Die Mission setzte sich aus 15 unabhängigen Experten verschiedenster Menschenrechtsorganisationen und -plattformen aus Europa und Lateinamerika zusammen, darunter die FIAN. Die Organisation ruft "die österreichische Bundesregierung sowie alle EU-Mitgliedsländer" auf, die "Interimsregierung" von Roberto Micheletti "zur Rückkehr zur verfassungsmäßigen Ordnung zu drängen".

Nachdem der linksgerichtete gestürzte Präsident Zelaya ein Referendum über eine Verfassungsänderung abhalten wollte, war er am 28. Juni vom Militär festgenommen und außer Landes gebracht worden. Das Militär und Parlament, dessen Vorsitzender Micheletti vor dem Staatsstreich war, hatten Zelaya vorgeworfen, eine Diktatur anzustreben. Die USA und die Europäische Union haben den Putsch massiv verurteilt und sich geschlossen hinter Zelaya, der sich zur Zeit in Nicaragua aufhält, gestellt.  (APA)

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    Polizeiensatz gegen Mitarbeiter der Universität Tegucigalpa

  • Vorläufiger Bericht der internationalen Menschenrechtsmission Honduras (PDF, 64 KB)

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  • Misión internacional de observación sobre
    la situación de los derechos humanos en Honduras: Informe Final (PDF, 440 KB)

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