Acht Tote und 2.000 Verhaftungen seit dem Sturz Präsident Zelayas - der FIAN-Report zum Download
Wien/Heidelberg - Seit der Entmachtung des honduranischen Präsidenten
Manuel Zelaya am 28. Juni sei es in Honduras "zu systematischen und gravierenden
Menschenrechtsverletzungen gekommen". Das geht aus einem am Freitag in
Washington vor der Interamerikanischen Menschenrechtskommission vorgestellten
Bericht hervor, wie die "Internationalen Menschenrechts-Organisation für das
Recht sich zu ernähren" (FIAN) in einer Aussendung mittelteil.
"Bis heute hat die Repression nach dem Staatsstreich acht Mitgliedern der
Demokratiebewegung das Leben gekostet, insgesamt ist es zu über 2.000
willkürlichen Verhaftungen gekommen", beklagt Martin Wolpold-Bosien,
FIAN-Mitglied und Ko-Autor des Berichts.
Im in Washington vorgestellten Bericht einer Menschenrechtsmission werden zahlreiche Menschenrechts-Verletzungen dokumentiert, die seit
dem Putsch gegen Zelaya begangen wurden. Darunter die "widerrechtliche
Verhängung der Ausgangssperre, die Aussetzung von Verfassungsgarantien, eine
Welle von willkürlichen Verhaftungen (...) Übergriffe auf Journalisten,
Eingriffe in die Pressefreiheit, politische Verfolgung und Einschüchterungen
gegen Parlamentsabgeordnete, Bürgermeister, Menschenrechtsverteidiger/innen, und
zahlreichen Vertreter/innen der Protestbewegung".
Aufruf zur Solidarität
Die Mission setzte sich aus 15 unabhängigen Experten verschiedenster
Menschenrechtsorganisationen und -plattformen aus Europa und Lateinamerika
zusammen, darunter die FIAN. Die Organisation ruft "die österreichische
Bundesregierung sowie alle EU-Mitgliedsländer" auf, die "Interimsregierung" von Roberto Micheletti "zur Rückkehr zur
verfassungsmäßigen Ordnung zu drängen".
Nachdem der linksgerichtete gestürzte Präsident Zelaya ein Referendum über
eine Verfassungsänderung abhalten wollte, war er am
28. Juni vom Militär festgenommen und außer Landes gebracht worden. Das Militär
und Parlament, dessen Vorsitzender Micheletti vor dem Staatsstreich war, hatten
Zelaya vorgeworfen, eine Diktatur anzustreben. Die USA und die Europäische Union
haben den Putsch massiv verurteilt und sich geschlossen hinter Zelaya, der sich
zur Zeit in Nicaragua aufhält, gestellt. (APA)