Indikatoren liefern uneinheitliches Bild

7. August 2009, 15:34
posten

Ein Kommentar aus dem Equity Weekly der Erste Group von Hans Engel und Vincent Holzer

Zahlreiche Konjunkturdaten aus der US-Wirtschaft lieferten in der vergangenen Woche ein uneinheitliches Bild. Auch wenn die objektive Betrachtung alles andere als rosig aussieht, gibt es ein paar Aspekte, die ein wenig Optimismus gerechtfertigt erscheinen lassen: Der ISM Manufacturing Index ist nicht so schlecht ausgefallen, wie allgemein angenommen wurde und die Ausgaben in der Bauwirtschaft sind im Monatsvergleich leicht gestiegen. Leider signalisiert
dieser ISM Index immer noch die Fortsetzung einer wirtschaftlichen Kontraktion, und der Anstieg der Bauausgaben ist in den Sommermonaten auch nicht gerade sehr überraschend. Für den Dienstleistungsbereich zeigt der maßgebliche ISM Index ebenfalls die Fortsetzung der Schwäche an. Die Arbeitslosenquote stieg zuletzt ebenfalls, die Einkommen der Arbeitnehmer gingen gleichzeitig zurück.

Die Berichtssaison findet unterdessen ihre Fortsetzung: PepsiCo, der weltweit zweitgrößte Getränkehersteller, plant, seine beiden wichtigsten Abfüllunternehmen, The Pepsi Bottling Group und Pepsi Americas, für insgesamt USD. 7,8 Mrd. zu übernehmen. Ziel der Akquisitionen ist die Kontrolle über 80% ihres nordamerikanischen Getränkevolumens und jährliche Kosteneinsparungen im Wert von USD 300 Millionen bis zum Jahr 2012. Pro Aktie zahlt PepsiCo USD 36,5 für The Pepsi Bottling Group und USD 28,5 für Pepsi Americas. Bereits im April dieses Jahres scheiterte eine ähnliche Offerte in Höhe von USD 6 Mrd. für beide Unternehmen. Die Übernahme soll Ende des Jahres erfolgen, nachdem kartellrechtliche Hürden genommen sind.

Electronic Arts mit Verlusten

Dank starker Einsparungen bei Personal und Projekten ist es dem Entertainmentkonzern Electronic Arts gelungen, den Quartalsverlust auf USD 234 Mio. zu begrenzen. Der Hersteller und Herausgeber bekannter Videospiele wie "Sims" oder „Fifa" kämpft stark mit der allgemeinen Konsumflaute. Der Umsatz fiel auf USD 644 Mio., verglichen mit USD 804 Mio. im Vorjahr. Die weiteren Aussichten bleiben schwach.

Von den Konsumgüterproduzenten gibt es sowohl gute als auch schlechte Nachrichten: Kraft Foods kann den Gewinn im abgelaufenen Quartal von USD 745 Mio. auf USD 827 Mio. steigern. Aufgrund des erstärkten Dollars gab der Umsatz um 6 % auf USD 10,2 Mrd. nach. Vor allem der europäische Markt konnte zum positiven Gesamtergebnis beitragen. Weniger erfreulich hingegen verlief das 4. Quartal für Procter&Gamble, die in allen Sparten Gewinn- und Umsatzrückgänge verbuchen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sackte der Gewinn um 18% auf USD 2,5 Mrd. ab, der Umsatz auf USD 18,7 Mrd. (-11%) Die Aussichten für das laufende erste Quartal sind nicht optimistisch für den Produzenten von Gillette-Rasierern und Pampers Windeln, es wird mit einem weiteren Umsatzrückgang gerechnet.

Auch der Branchenprimus und Internetgigant Cisco Systems muss Federn lassen. Der Gewinn fällt gegenüber dem Vorjahr auf USD 1,1 Mrd. (-46%), der Umsatz auf USD 8,5 Mrd. (-18%) Vor allem die ernüchternden Prognosen des Cisco CEO John Chambers über die weitere Entwicklung sorgten für Pessimismus an der Wall Street.

Unternehmen des S&P 500 zeigen nun schon acht Quartale hintereinander Rückgänge bei ihren Ergebnissen. Dieser negative Trend wird allerdings allmählich seine Intensität verlieren und voraussichtlich Anfang 2010 umkehren. Bis dahin wird der US-Aktienmarkt noch deutlich volatiler werden als er dies in den letzten Monaten war.

Share if you care.