Keine Einstellung des Verfahrens gegen Paszek

7. August 2009, 19:02
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NADA sah aber von vorläufiger Suspendierung der Vorarlbergerin ab - NADA-Gutachten bescheinigen laut Paszek-Manager: Kein Doping

 
Wien - Die Rechtskommission der Nationalen Anti-Doping Agentur (NADA) hat die beantragte vorläufige Suspendierung gegen Tennisspielerin Tamira Paszek am Donnerstag abgewiesen. Die von 18-Jährigen geforderte Einstellung des seit 29. Juli anhängigen Doping-Verfahrens wurde abgelehnt. Eine Anhörung mit der Einvernahme der Beschuldigten, beantragter Zeugen sowie der Aufnahme und Einsicht in die weiters beantragte Beweise werde im eigentlichen Doping-Verfahren, das in den nächsten sieben Wochen über die Bühne geht, stattfinden. Dies teilte die NADA am Freitag mit.

Paszek hatte am 21. Juli auf einer Pressekonferenz erzählt, dass sie sich im Zuge einer Therapie von einer Ärztin Blut abnehmen und mit homöopathischen Essenzen angereichert in die Bandscheibenregion wieder injizieren habe lassen. Diese Form von Eigenblut-Injektionen stellen laut Code der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) eine verbotene Methode dar und sind als Doping zu werten. Paszek droht bei einem Schuldspruch eine Sperre von bis zu vier Jahren.

Gutachten: Kein Dopingverstoß

Laut einer Aussendung von Tamira Paszeks Anwalt Michael Barnay sind zwei von der NADA in Auftrag gegebene sportmedizinische Gutachten - von Dr. Gerhard Postl und Dr. Alfred Aigner - unabhängig voneinander und übereinstimmend zu dem Schluss gekommen, dass es sich im Fall der Vorarlberger Tennisspielerin um keinen Doping-Verstoß handle. Laut Postl liege "weder ein Vergehen im Sinne des Blutdopings noch ein Vergehen im Sinne der Verabreichung von verbotenen Hormonen oder hormonähnlichen Substanzen" vor.

Auch Aigner betonte, "dass die angewandte Therapie mit einem homöopathischen Präparat durch Beimengung von einigen Tropfen Eigenblut (0,1 ml, Anm) keinen Verstoß gegen die in der Verbotsliste 2009 der WADA aufgelisteten verbotenen Substanzen und Methoden darstellt". "Die beiden Gutachten besagen eindeutig, dass in diesem Fall weder ein Verstoß gegen eine Bestimmung des Anti-Doping-Bundesgesetzes noch gegen den WADA-Code 2009 vorliegt", erklärte Barnay.

"Aufgrund der derzeit vorliegenden Ergebnisse hat die NADA die vorläufige Suspendierung abgelehnt. Eine mündliche Anhörung von Tamira Paszek und weiterer Zeugen ist jedoch für Anfang September anberaumt worden, in der es um eine abschließende Beweisaufnahme gehen wird. Tamira hat jedenfalls nichts zu verbergen und stellt alle erforderlichen Unterlagen bis hin zu ihrer Krankenakte zur Verfügung", ergänzte der Anwalt der Tennisspielerin. (APA)

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