Terrorverdächtige wollen gestehen

7. August 2009, 13:21
3 Postings

Sollen im Herbst 2007 eine Serie verheerender Autobombenanschläge vorbereitet haben

Düsseldorf - Mit voraussichtlich umfangreichen Geständnissen der angeklagten Terrorverdächtigen wird von Montag an der Prozess in Düsseldorf in Deutschland gegen die sogenannte "Sauerland-Gruppe" fortgesetzt. Die vier Islamisten wollen damit ein baldiges Ende des von scharfen Sicherheitsvorkehrungen begleiteten Mammutprozesses vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht und Strafmilderung erreichen. Die deutsche Bundesanwaltschaft wirft ihnen vor, im Herbst 2007 eine Serie verheerender Autobombenanschläge vorbereitet zu haben.

"Mein Mandant wird am Montag einen Gesamtüberblick geben", kündigte der Verteidiger des Hauptangeklagten Fritz Gelowicz, Dirk Uden, an. Gelowicz werde auch Fragen des Gerichts unter Richter Ottmar Breidling beantworten. "An einem Geständnis kommt kein Gericht vorbei", betonte der Anwalt. Die Aussage werde sich strafmildernd auswirken. Auch die Verteidiger der anderen drei Angeklagten haben Geständnisse angekündigt.

Häufige Vertagungen

Die vier Männer sind nach der Ankündigung ihrer Geständnise wochenlang von Beamten des Bundeskriminalamts vernommen worden. Die Fortsetzung des im April begonnenen Prozesses wurde deshalb mehrfach verschoben, um ihnen Raum für umfassende Aussagen zu geben. Die Anwälte hatten bereits angekündigt, bei den Aussagen werde es "Überraschungen" geben. Nach einem Bericht des "Spiegel" sollen die Einlassungen der Angeklagten die Bundesanwaltschaft in Bedrängnis bringen, da sie auch die Rolle der Geheimdienste beträfen. So sei ein V-Mann des türkischen Geheimdienstes in den Fall verwickelt. Ein Sprecher der Karlsruher Anklagebehörde hatte dies nicht kommentieren wollen.

Die Bundesanwaltschaft wirft den vier in Düsseldorf angeklagten Islamisten vor, sie hätten mit einer Serie von Autobombenanschlägen in Deutschland die kurz darauf geplante Bundestagsentscheidung über den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr beeinflussen wollen. Laut Anklage hatten die Männer ausreichend Chemikalien gehortet, um 550 Kilogramm Sprengstoff herzustellen. Sie waren nach monatelanger Überwachung im Herbst 2007 in einem Ferienhaus im Sauerland festgenommen worden. (APA/Reuters)

Share if you care.