Deutsche Exporte ziehen an

7. August 2009, 12:41
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Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag sieht die Export­wirtschaft auf dem Weg der Besserung, Konjunkturprogramme und billiges Geld helfen

Berlin - Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sieht die Exportwirtschaft auf dem Weg der Besserung. "Wir sind jetzt runter von der Intensivstation, liegen aber noch auf dem Krankenbett", sagte DIHK-Außenhandelschef Axel Nitschke am Freitag zu Reuters. Die weltweiten Konjunkturprogramme und die Zinssenkungen der Notenbanken trügen erheblich zur Genesung bei. Die Ausfuhren waren im Juni mit 7,0 Prozent im Vergleich zum Vormonat so stark gestiegen wie seit knapp drei Jahren nicht mehr.

Niveau bleibt niedrig

Allerdings sei das Niveau noch immer niedrig, sagte Nitschke: "Die Krise hat uns um drei Jahre zurückgeworfen". Das Ausfuhrvolumen liege derzeit etwa auf dem Niveau von 2005/2006. "Wir sehen jetzt eine schrittweise Erholung."

Diese schreite vor allem in den Euro-Ländern voran, dem mit Abstand wichtigsten Auslandsmarkt der deutschen Unternehmen. Hier hatte es zu Jahresbeginn die stärksten Einbrüche gegeben. "Die Schockstarre löst sich nun", sagte Nitschke. "Die leeren Lager werden wieder gefüllt." Auch in den aufstrebenden Schwellenländern China, Indien und Brasilien steige die Nachfrage.

Schwieriger Handel mit den USA

Schwierig bleibe jedoch der Handel mit den USA, dem nach Frankreich wichtigsten Abnehmerland deutscher Produkte. "Hier macht den Exporteuren der starke Euro zu schaffen", sagte Nitschke. Er verteuert deutsche Waren. Umgekehrt verbilligt er Importe von Öl und anderen Rohstoffen, die meist in Dollar abgerechnet werden. Der Euro hatte zu Wochenbeginn mit 1,4445 Dollar ein Jahreshoch erreicht.

Lichtblicke sieht der DIHK für die deutschen Autohersteller. "Hier hilft die Abwrackprämie, die es inzwischen in vielen Ländern gibt", sagte Nitschke. Bei Maschinen - dem zweiten großen Exportschlager - sehe es dagegen nicht so gut aus. Die Nachfrage nach Stahl und anderen Vorprodukten ziehe hingegeben an wegen der massiven staatlichen Bauinvestitionen in vielen Ländern. (APA)

 

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