Gefürchtete Keime

7. August 2009, 10:21
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Pseudomonas-Konferenz in Hannover - Hochflexibles Bakterium bei geschwächter Immunabwehr besonders gefährlich

Pseudomonas ist eine Bakteriengattung, die bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem gefährliche Infektionen auslösen kann: dazu gehören Lungenentzündungen, Blutvergiftung oder die Infektion von Wunden. Besonders gefährdet sind Patienten auf Intensivstationen, Verbrennungsopfer oder Krebspatienten. Bei Patienten mit Mukoviszidose ist eine durch Pseudomonas verursachte Lungenentzündung die häufigste Todesursache. Patienten mit Chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) tragen ebenfalls ein hohes Risiko, sich lebensgefährlich mit diesem Keim zu infizieren - nach WHO-Schätzungen könnte die COPD in zwanzig Jahren die dritthäufigste Todesursache sein.

Die zwölfte internationale Pseudomonas-Konferenz in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) versammelt vom 13. bis zum 17. August 2009 die weltweit führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Pseudomonas-Forschung. Die Tagung findet zum ersten Mal in Deutschland statt. "Die MHH hat sich gemeinsam mit dem HZI und der TU in Braunschweig in den vergangenen Jahren zu Europas führendem Zentrum in der Pseudomonasforschung entwickelt", betont Professor Dr. Burkhard Tümmler, MHH-Klinik für Kinderheilkunde, Pädiatrische Pneumologie und Neonatologie und Organisator des Kongresses.

Hochflexibles Bakterium

Pseudomonaden sind allgegenwärtig in der Umwelt - im Boden, im Wasser, aber auch auf oder in Pflanzen und Tieren. Und obwohl sie hier ebenfalls Krankheiten auslösen können, gibt es auch Arten, die zum Beispiel Pflanzen schützen, indem sie andere Mikroorganismen verdrängen. Auf der Tagung diskutieren deshalb nicht nur Mediziner, sondern auch Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen wie zum Beispiel Biotechnologen, Mikrobiologen, Ökologen oder Agrarwissenschaftler über dieses physiologisch hochflexible Bakterium.

Die Tagung ist gleichzeitig die Abschlussveranstaltung des Europäischen Graduiertenkollegs "Pseudomonas: Pathogenicity and Biotechnology", das seit dem Jahr 2000 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wurde. Insgesamt fünf Institutionen forschten unter anderem an der Entstehung und Therapie des Erregers: die MHH, das Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung (HZI), das Rigshospitalet der Universität Kopenhagen, die TU Braunschweig sowie die Technical University of Denmark. Die Kooperation zwischen MHH und HZI wird mit weiteren europäischen Partnern in Projekten zur Systembiologie von Pseudomonaden fortgeführt. (pte)

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