Führer der tamilischen Rebellen festgenommen

7. August 2009, 09:27
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Pathmanathan hatte nach Niederlage im Bürgerkrieg Chefposition übernommen - Wurde auch wegen Attentats auf Rajiv Gandhi auch von Indien gesucht

Colombo - Aus dem srilankesischen Verteidigungsministerium hieß es am Freitag, Selvarasa Pathmanathan, auch bekannt als K.P, sei am Donnerstag in Thailand von srilankesischen Beamten festgenommen worden. Ein thailändischer Regierungssprecher sagte, der Rebellenchef sei schon am Mittwochabend in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur in Gewahrsam genommen und dann erst vom Flughafen in der thailändischen Hauptstadt Bangkok nach Sri Lanka gebracht worden. Die Zeitung "Island" berichtete, K.P. werde an einem geheimen Ort in Sri Lanka verhört.

Pathmanathan war maßgeblich verantwortlich für die LTTE-Aktivitäten im Ausland und angeblich auch für das Eintreiben von finanzieller Unterstützung. Die LTTE wurde u.a. von der EU als Terrororganisation eingestuft, ihre Vermögenswerte dadurch teils eingefroren. Laut Menschenrechtlern wurden im Ausland lebende Tamilen teils erpresst, Geld zu geben.

Soll in Mord an Rajiv Gandhi verwickelt gewesen sein

Pathmanathan wurde auch von den indischen Behörden gesucht. Die indische Regierung wirft ihm vor, in die Ermordung des früheren Regierungschefs Rajiv Gandhi durch einen tamilischen Selbstmordattentäter im Jahr 1991 verwickelt gewesen zu sein.

Der 55-jährige Pathmanathan hatte die Führung der separatistischen Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) übernommen, nachdem die srilankesische Armee seinen Vorgänger Velupillai Prabhakaran während ihrer erfolgreichen Offensive gegen die Rebellen Mitte Mai getötet hatte.

Pathmanathan hatte die Führung der LTTE nach deren Niederlage im Bürgerkrieg im Mai übernommen und angekündigt, die Gruppe werde sich künftig gewaltlos für einen unabhängigen tamilischen Staat auf der Insel Ceylon einsetzen. Der Krieg zwischen Regierungstruppen und der LTTE hat seit 1983 schätzungsweise 80.000 bis 100.000 Menschen das Leben gekostet. (APA/AP)

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    Die Verhaftung war am Freitag in Sri Lanka Aufmacher aller Titelblätter.

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