Cyber-Angriff trifft Twitter und Facebook

7. August 2009, 10:20
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Eine massive Denial-of-Service-Attacke soll hinter den Ausfällen stecken - Cyberwar zwischen Russland und Georgien vermutet

Der Mikroblogging-Dienst Twitter und das soziale Netzwerk Facebook wurden am Donnerstag von Cyber-Angriffen schwer getroffen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Twitter musste zeitweise Totalausfälle verzeichnen, während Facebook-Nutzer vorübergehend Probleme hatten, sich einzuloggen. Die Angriffe werden von Spekulationen begleitet, wonach die Attacken Teil einer koordinierten Kampagne gegen die populären Online-Netzwerke sein könnten.

Großteils haben sich die Systeme wieder erholt. Teilweise könne Twitter im Laufe aber noch beeinträchtigt sein, teilten die Betreiber mit. "Wir haben hart daran gearbeitet, die Plattform wieder technisch stabil zu bekommen", hieß es in einem Blog-Eintrag des Dienstes. Die Daten der Nutzer seien aber zu keiner Zeit in Gefahr gewesen, hieß es.

Verwundbar

Die Angriffe wurden nur einen Monat nach ähnlichen Schlägen gegen die Webseite des Weißen Hauses ausgeführt und hinderten Millionen Menschen daran, ihren täglichen Kommunikationsroutinen nachzugehen.

Der Zwischenfall verdeutlicht auch, wie verwundbar die schnell wachsenden sozialen Netzwerke im Internet sind, denen auch immer mehr politische Bedeutung zukommt. Im Zuge der Wahlen im Juni erst veranschaulichten iranische Regimegegner, wie Protest und Kritik trotz Zensurmaßnahmen dank Facebook, Twitter und Co. in die Welt getragen werden können.

Gezielter Angriff

Laut einem Facebook-Manager galten die Angriffe am Donnerstag einem georgischen Blogger, der mehrere Accounts auf den in Mitleidenschaft gezogenen Seiten hat. Vermutungen gehen in Richtung russisch-georgischem Cyberwar - rechtzeitig zum Jahrestag des Krieges.

Zuvor betonte Twitter-Mitbegründer Biz Stone in einem Blog, dass er es vorziehe nicht über die Motivation hinter den Anschlägen zu spekulieren. Vorläufig sehe es so aus, als habe ein einziger, extrem koordinierter Angriff die Ausfälle verursacht.

Überflutet

Mitglieder des 250 Millionen User starken Netzwerks Facebook mussten Verzögerungen beim Einwahlvorgang und bei der Bearbeitung ihrer Postings hinnehmen. Wie bei Twitter soll eine große Denial of Service-Attacke schuld an den Ausfällen gewesen sein. Hierbei überfluten Hacker Webseiten-Server schlicht mit einer massiven Welle von Kommunikationsanfragen und sorgen damit für eine Überlastung des Systems.   

Kurzzeitig hieß es auch, dass Google ebenfalls von den Attacken betroffen sei. Später hieß es in einer Unternehmensmitteilung, dass die internen Systeme einen Anschlag auf die Dienste des Internet-Konzerns verhindern konnten.

Antisozial?

Wer genau hinter dem Angriff steht, ist bislang unklar. Laut Sicherheitsexperten hätte eine Denial of Service-Attacke von einer einzigen Gruppe ausgehen können. Weshalb gerade Facebook und Twitter ins Visier genommen wurden, ist derzeit Gegenstand der Spekulationen. DoS-Angriffe waren in der Vergangenheit nicht nur politisch motiviert, wie es etwa beim Schlag gegen die Webseite des Weißen Hauses der Fall war. In vielen Fällen geht es um Erpressung der Seitenbetreiber.

Für Twitter sind derartige Angriffe zumindest nichts Neues. 2007 und 2008 musste der Mikroblogging-Service mehrere Ausfälle verzeichnen. (zw)

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    Ausfälle plagten Twitter und Facebook

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