Street View-Klon für Feldkirch

7. August 2009, 09:18
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360-Grad-Panorama von Feldkirch als touristische und technische Innovation

Feldkirch ist ein beschauliches Städtchen: Vogelgezwitscher, blitzsaubere gepflasterte Gassen, kaum Verkehrslärm. Diesen idyllischen Eindruck liefert eine 360-Grad-Panoramaseite. Per Mouseklick oder Navigationsleiste gelangt man an 32 Hotspots der Vorarlberger Kleinstadt. Darunter die Marktgasse, durch die James Bond in Quantum of Solace raste.

Eine orange Marke verweist auf wichtige historische Sehenswürdigkeiten, kurze Informationen dazu lassen sich per Klick abrufen. Über Pfeile oder den eingeblendeten Stadtplan im Kleinformat lassen sich 50 Ziele im mittelalterlichen Stadtzentrum ansteuern.

Lieber als Fotogalerien

Panoramatouren auf Hotel-Websites dienten Mediengestalter Marc Walser als Vorbild für die virtuelle Tour. Walser: "Wir wissen, dass Besucher von Hotel-Websites lieber Panoramatouren als einfache Fotogalerien anschauen". Virtuelle Hoteltouren würden, so Walser, doppelt so oft angeklickt wie Bildergalerien. Eine US-amerikanische Studie belege den ökonomischen Mehrwert der Rundumschau, denn: "Hotels mit Panoramatouren verzeichnen Buchungssteigerungen von 46 Prozent."

Für Städte sind 360-Grad-Panoramaseiten mit hochauflösenden Bildern Neuland, weil, so Walser, "noch die Experten für die Erstellung fehlen". Er habe sich im Rahmen seiner Bachelor-Arbeit eineinhalb Jahre lang intensiv über die Technik informiert, erzählt der 22-jährige Absolvent der Fachhochschule Vorarlberg, Studiengang InterMedia.

300 Einzelfotos

Recherchiert habe er vor allem im Web, denn "die Technologie, Flash Viewer oder 3D-Surround, wie ich sie für die Geräuschkulisse verwendet habe, verändert sich fast wöchentlich, Bücher sind da nicht aktuell genug". Für die Seite wurden 300 Einzelfotos zu Panoramen zusammengesetzt, mit der Original-Geräuschkulisse der Stadt kombiniert. Eingestiegen wird durch ein "GigaPano". Dessen hohe Auflösung (1,2 Gigapixel) macht verlustfreies Zoomen "bis ins kleinste Detail" möglich. Anders als beim Google Street Viewer seien ungetrübte Einblicke möglich.

Bei aller Detailfreude war Walser aber auf den gesetzlich vorgeschriebenen Persönlichkeitsschutz bedacht: "Einzelne Menschen auf Balkonen sind nicht erkennbar und durch Fenster kann man nicht schauen."

Im Herbst soll die Seite um touristische Serviceleistungen wie Hotel- und Shoppingtouren erweitert und in die Website der Stadt Feldkirch integriert werden. (Jutta Berger/ DER STANDARD 7. August 2009)

  • Bequem vom Computer aus durch den mittelalterlichen Feldkircher Stadtkern spazieren. Ein 360-Grad-Panorama, Bachelor-Arbeit an der Fachhochschule Vorarlberg, macht die Tour möglich.
    foto: marc walser

    Bequem vom Computer aus durch den mittelalterlichen Feldkircher Stadtkern spazieren. Ein 360-Grad-Panorama, Bachelor-Arbeit an der Fachhochschule Vorarlberg, macht die Tour möglich.

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