Alzheimer bereits im Frühstadium nachweisbar

7. August 2009, 08:17
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Zwei Biomarker erlauben Voraussage mit hoher Zuverlässigkeit

Göteburg - Neue Biomarker können mit hoher Zuverlässigkeit voraussagen, ob ein Patient mit leichten Gedächtnisproblemen später eine Alzheimer-Demenz entwickeln wird. Das berichten europäische und nordamerikanische Forscher unter der Koordination der schwedischen Universität Göteborg im "Journal of the American Medical Association". Im Liquor von 1.200 Patienten mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen konnten sie mit 83-prozentiger Sicherheit vorhersagen, ob sich innerhalb mehrerer Jahre Alzheimer entwickeln würde oder nicht.

Früherkennung als therapeutische Notwendigkeit

Morbus Alzheimer ist mit 15 Millionen Patienten weltweit die häufigste Ursache für eine Demenzerkrankung. Der Beginn ist durch milde Gedächtnisstörungen charakterisiert, die sich durch einen mäßigen Verlust intellektueller Fähigkeiten wie Gedächtnisleitung und Flexibilität zeigen. Sollte eines Tages eine Therapie für Alzheimer gefunden werden, muss eine Diagnose möglich sein, bevor die Degeneration der Nerven zu weit fortgeschritten ist.

Der Nachweis von Alzheimer kann auf zweierlei Weise geschehen. Der erste Biomarker ist das sogenannte Tau-Protein, das zur Stützfunktion der Zelle beiträgt. Werden Nervenzellen geschädigt, erhöht sich die Anzahl der Tau-Proteine im Liquor, der das Gehirn und Rückenmark umspülenden Flüssigkeit. Eine spezielle, phosphorylierte Form des Proteins ist dabei nur bei der Alzheimer-Erkrankung vermehrt nachzuweisen. Der zweite Marker ist das Beta-Amyloid, ein sich im Gehirn des Patienten ablagerndes Peptid, dessen Wert im Falle von Alzheimer im Nervenwasser niedriger liegt.

Derzeit ohne klinische Konsequenz

Trotz der hohen Vorhersagekraft der Marker empfehlen die Studienautoren die Anwendung nicht für den klinischen Alltag. "Solange es noch keine Medikamente gibt, die die Alzheimer-Erkrankung verhindern oder zumindest verzögern können, hat eine frühzeitige Diagnose keine klinische Konsequenz", so die Forscher. Für Screenings seien die Biomarker dennoch nützlich, um gefährdete Patienten weiter klinisch zu beobachten oder Patienten für Therapien mit neu entwickelten Medikamenten auszuwählen. (pte)

 

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