Schiffswracks können Biotope völlig umkrempeln

9. August 2009, 12:45
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In einem Atoll breitete sich nach einer Schiffsstrandung eine Seeanemonenart aus

Honolulu/Wien - US-Forscher haben gezeigt, dass Schiffswracks und andere künstliche Objekte das Potenzial haben, große Mengen von Bioinvasoren in Korallenriffe zu bringen. Diese Eindringlinge können bestehende heimische Arten komplett verdrängen und damit ein völlig neues Biotop mit anderen dominanten Lebewesen bilden. In der Fachsprache nennt man dies "Phase Shift". Die Studie von Thierry Work und Greta Aeby vom Hawaii Institute of Marine Biology und James Maragos vom US Fish and Wildlife Service wurde beim jährlichen Treffen der Wildlife Disease Associaton (WDA) präsentiert.

Untersuchtes Atoll

Untersucht haben die Forscher das isolierte Palmyra Atoll im Zentralpazifik östlich von Hawaii. 1991 strandete hier ein Schiff. In dessen näherer Umgebung fielen den Forschern nach einiger Zeit ungewöhnlich viele Seeanemonen der Spezies Rhodactis howesii auf, die bisher auf Palmyra nicht heimisch war. In einiger Entfernung vom Wrack nahm die Zahl der Anemonen dann deutlich ab. In anderen weit entfernten Teilen des Atolls waren diese gar nicht oder nur sehr spärlich vorhanden. Weitere Untersuchungen im Jahr 2001 an Bojen machten deutlich, dass sich die Zahl der Anemonen in den folgenden Jahren noch weiter ausgebreitet hatte.

Die extensive Invasion von R. howesii und der Rückgang der anderen Arten am Riff mache deutlich, dass Schiffswracks möglichst schnell von Korallenriffen entfernt werden müssen, um eine Veränderung der Artenzusammensetzung zu verhindern. "Warum dieses Phänomen auftritt, bleibt aber ein Rätsel", so Work. (pte/red)

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