"Bombe" stört CDU-Fest

6. August 2009, 19:28
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Ausgerechnet Verfassungsschützer lässt Koffer stehen

Braunschweig/Berlin - "Eine Eselei, die wird mir nicht noch mal passieren." Noch am Tag nach der Aufregung ist Niedersachsens oberster Verfassungsschützer Günther Heiß von seinem eigenen Fehlverhalten peinlich berührt. Denn es war ausgerechnet sein Koffer, der auf einem CDU-Fest für Sprengstoffalarm sorgte.

Rückblende zum Mittwochabend: Rund 700 Gäste sind zum Sommerempfang der niedersächsischen CDU-Fraktion gekommen, darunter auch Ministerpräsident Christian Wulff und Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (beide CDU). Das Buffet sorgt jedoch nicht bloß wegen der dort aufgetischten Köstlichkeiten für Aufsehen. Daneben steht ein scheinbar herrenloser Koffer.

Die Veranstalter informieren die Polizei, diese lässt den Koffer nach draußen schaffen und von einem Spürhund nach Sprengstoff beschnüffeln. Das Tier jedoch schlägt nicht an, also öffnen Polizisten vorsichtig den Koffer. Darin sind bloß Dokumente, mit deren Hilfe der Koffer schnell zugeordnet werden kann: Sie gehören dem Chef des Verfassungsschutzes.

Rätselhaft bleibt, warum ausgerechnet dieser das Gepäckstück in der Menge stehen ließ. Die Vermutung, dass ein Geheimdienstler weiß, was in so einem Fall passiert, liegt ja nahe. Eine Sprecherin der niedersächsischen Polizei nahm die für Heiß unangenehme Angelegenheit mit Humor und erklärte, es handle sich um einen "Fall von dumm gelaufen". (bau/DER STANDARD, Printausgabe, 7.8.2009)

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