Nachlese

Jugendlicher verhört - Polizisten nicht

6. August 2009, 20:49
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    foto: apa/pfarrhofer

    Jugendliche gedenken vor der Supermarkt-Filiale des 14-jährigen Florian. Er wurde von Polizisten erschossen.

Drei Schüsse feuerten die Polizisten auf die jugendlichen Einbrecher in dem Kremser Supermarkt ab - Bei den Ermittlungen tauchen immer neue Fragen auf

Am Donnerstagvormittag hat ihn die niederösterreichische Polizei einvernommen. So soll er gemeinsam mit seinem 14-jährigen Freund in den Supermarkt eingebrochen sein, um Geld zu stehlen. Dann hätten sie auf einmal Schritte gehört und sich in einer Nische versteckt, berichtet Kutschera von der Vernehmung des 16-Jährigen.
Gerüchte über mehrere Täter bestätigte der Staatsanwalt-Sprecher nicht: „Nach unseren bisherigen Erkenntnissen waren sie zu zweit."
Wieso die Polizisten auf die beiden geschossen haben, dazu wurde der Verdächtige von den niederösterreichischen Ermittlern nicht befragt. Dies versucht ein Polizeiteam aus Oberösterreich derzeit zu klären.

Fekter verteidigt Ausbildung

Innenministerin Maria Fekter sagte Donnerstagabend, wenn man von getöteten Tatverdächtigen spreche, müsse man auch „berücksichtigen, dass pro Jahr viele Polizisten im Einsatz schwer verletzt oder getötet werden". Den Vorfall in Krems bezeichnete Fekter neuerlich als „höchst bedauerlich" und versprach eine „genaue Analyse". Das Schießtraining für die Exekutivbeamten qualifizierte die Ministerin als „internationalen Standards entsprechend". Zum Einsatzhergang wollte sich Fekter nicht äußern: „Das ist Aufgabe der Kollegen in Oberösterreich." Auf den Vorwurf von SPÖ-Sicherheitssprecher Otto Pendl, die knappe Personalsituation bei der Polizei und die damit verbundene Überarbeitung der Beamten seien schuld an dem Zwischenfall, sagte Fekter: „Ich nehme alles an Personal, was ich kriegen kann." Die Ankündigung von Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ), im späten Herbst könnten die ersten nicht mehr benötigten Postler zur Polizei wechseln, erfülle sie „mit freudiger Erwartung", sagte die Innenministerin.

Eine Vernehmung der beiden Beamten sei nicht vor Freitag möglich, sie stünden noch unter Schock, sagte der stellvertretende oberösterreichische Polizeikommandant Franz Gegenleitner am Donnerstag. Gerüchte, wonach sie betrunken waren, weist die Polizei zurück: „Es hat keinerlei Anzeichen gegeben, dass die Beamten alkoholisiert waren. Ein Bluttest wurde deshalb nicht veranlasst", sagt Roland Scherscher vom Polizeikommando Niederösterreich.
Auch die Einvernahme eines Supermarkt-Angestellten brachte keinen Aufschluss über das, was in der Nacht tatsächlich geschah. Der Angestellte war nach dem Einbruchsalarm in der Nacht zur Filiale gefahren, um der Streife die Tür zu öffnen. Er habe die Beamten durch das Geschäft geführt, berichtet Staatsanwalt Kutschera. Offenbar sollen beide Einbrecher Handtücher um ihren Kopf gewickelt haben, informiert er. Als die Polizisten das Feuer eröffneten, sei der Zeuge mit dem Rücken zum Geschehen gestanden. Zudem sei es noch dunkel gewesen, weshalb auch er keinerlei Angaben zur Schießerei machen könne, meinte der Staatsanwaltschaftssprecher.

Kein Einsatz im Dunkeln

Und so tauchen immer mehr offene Fragen zum Einsatz auf: Warum haben die Polizisten im Dunkeln den Supermarkt nach möglichen Einbrechern durchsucht? Warum haben sie noch einen unbeteiligten Dritten mitgenommen? Laut Marius Gausterer, Leiter des Einsatz-Referats im Innenministerium, sei es grundsätzlich nicht vorgesehen, in einen finsteren Supermarkt zu gehen, ohne das Licht aufzudrehen. Vielmehr würden Beamte dazu angehalten, „die Außensicherungen zu optimieren".
Unterdessen hat die Oberstaatsanwaltschaft angekündigt, den Fall am Freitag der Staatsanwaltschaft in Korneuburg zu übertragen. Damit soll der Anschein möglicher Befangenheit vermieden werden.
Die tödlichen Schüsse haben auch auf politischer Ebene Diskussionen ausgelöst. ÖVP und FPÖ attackieren den Grünen Sicherheitssprecher Peter Pilz, der gemeint hatte, „es ist eine schießwütige Politik, die zu schießwütigen Polizisten führt". ÖVP-Sicherheitssprecher Günter Kössl meinte, der Fall sollte nicht politisch missbraucht werden. FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky warf Pilz vor, ein Feind der Polizei zu sein. (Kerstin Scheller, Petra Stuiber, DER STANDARD Printausgabe, 07.08.2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 1152
konfuzius1
20
10.8.2009, 12:19
Egal was bei der

Untersuchung rauskommt, die Polizisten sind schuld!

Was lernen wir? ... falls ein Einbrecher zu Euch nach Hause kommt, fragt erst mal nach seinem Alter und dann lasst ihn einfach ausräumen, am besten ihr helft mit.

Schöne neue Welt, alles gehört allen. Nimm einfach.

Anarchie, ... mal was neues.

FalscherProphet
00
12.8.2009, 13:06
Einen Supermarkt-Einbruch mit einem Wohnungseinbruch

gleichzusetzen halte ich für höchst manipulativ:

Im ersten Falle wird ja nicht in die "Intimsphäre" von jemandem eingedrungen
und das Leben der Eigentümer bedroht.

Sieht aber soweit nicht gut für die Polizisten aus,
wenn sie angeben, dass SIE von den Einbrechern überrascht wurden (sind von Fehlarlarm ausgegangen!!)
und einem dabei in den Rücken, den anderen von der Seite anschossen.

"Schwer fahrlässige Inkompetenz" fällt mir dazu ein.

hermes34
02
10.8.2009, 10:40

diesen link postete helmut-s:

http://www.odmp.info/mod/poliz... ils&id=273

plozist in deutschland von einbrecher getötet. was sagen jetzt diese ignoranten grünwähler die nur über die polizei schimpfen können.

danke helmut-s für diesen link!

FalscherProphet
00
11.8.2009, 23:09
In Deutschland vor 11 Jahren.

Was sagt den Nicht-FPBZÖVP-Wählern das in Österreich 11 Jahre später:
Gar nichts Relevantes bezüglich der Erschießung eines 14-Jährigen Einbrechers per Kugel in den Rücken.

(Spinner.)

maxiin
00
12.8.2009, 00:03
hasi...

da gehts doch ums prinzip. is klar, das is 11 jahre her blablabla egal welche scheiß politische einstellung man hat - aber er zeigt, dass es serwohl auch anders rum läuft. (man kann nie wissen, wie soetwas ausgeht - waffe is waffe..und ich darf erinnern..auch eine nagelfeile ist eine waffe...lt. flughafensec)

was ich sagen will...wärs anders ausgegangen, glaube ich nicht, dass es soviele kommentare geben würde, die für den dann verletzen oder toten polizisten sprechen würden. na ich glaubs nicht nur, ich bin mir sogar ziemlich sicher.

vielleicht zeigt dieser traurige fall anderen jugendlichen (die evt mit dem gedanken spielen soetwas in die richtung zu planen) dass das falsch ist, und bringt sie wieder auf den richtigen weg?!

social unrest
01
10.8.2009, 01:51
FEKTER - RÜCKTRITT SOFORT !!

gp9
01
WER WIRD ALS TÄTER BLEIBEN!!!???

Plötzlich wird ein "dritter Täter" aus dem Hut gezaubert! Der "unsichtbare" Dritte???
Tatsache ist die Aussagen zweier POLIZISTEN gegen die Aussage eines Jugendlichen!!! Was wird da wohl wieder unterm Strich bleiben! Und wenn diese "ausgebildeten" Polizisten nicht OHNE Waffengewalt gegen zwei kleine Kinder zurecht kommen, haben BEIDE den falschen Beruf! Die werden eh nicht verurteilt! Im schlimmsten Fall werden Sie versetzt!Wieder ein Beweis mehr für die UNFÄHIGKEIT der POLIZEI(INNENMINISTERIN). Weil sie jetzt auch jeden LULU bei der Polizei nehmen!!!!

pyfex
22
Juristisch betreut

Die beiden Polizisten sind juristsich betreut worden bevor sie ihre Aussage abgaben. Der Jugendliche leider nicht.

Topfenbaby
16
Wenn ich die Postings der blutrünstigen Horde hier im Standard lese,

wird mir Angst und Bange. Um nichts besser als der vielzitierte KroneStammtisch, was Vorurteile, Vorverurteilungen und faschistoides Gedankengut angeht. Das Schlimme daran ist, dass viele sich dabei noch supertolerant und liberal vorkommen, wobei sie in Wirklichkeit Kellernatzis sind, die sich über ihre wahren Neigungen noch keine Rechenschaft abgelegt haben - der typische "hängt-ihn-höher"-Mob eben!

richman1
10
10.8.2009, 06:15

Topfenbaby, der namen passt zu Ihnen. Sie sind auch einer der die Welt durch die rosarote Brille sieht! Sie haben wahrscheinlich nicht viel draußen in der "Welt" zu tun, was? Jetzt über die Polizei schimpfen was nur geht und wehe wenn es Sie selbst mal trifft (Einbruch, Raub usw...). Dann wird gleich geschrien nach der Polizei, aber könnte ja auch das Sie dann sagen wenn Ihnen das Auto gestohlen oder die Wohnung ausgeräumt wurde "na da muss man doch Rücksicht nehmen auf die "armen Wesen", macht ja nix kauf ich mir was neues". Als Security in einem Kaufhaus musste ich mir mal vorhalten lassen warum ich den "armen" Ladendieb festhalte bis zum Eintreffen der Polizei (der hatte Ware von Rund Tausend Euro gestohlen)..toll was?

MCU
23
Warum die 2 Tage Zeit brauchen ist klar:

Man muß sich seitens der Polizei eine gute Geschichte ausdenken und das müssen dan die 2 Polizisten Wort für Wort auswendig lernen - und das braucht halt seine Zeit,-)))

el gomero
24
sie brauchten mittlerweile schon 3 Tage

die armen Sensiberln.

Zuerst knallen sie ein Kind von hinten ab und sind nachher in einem "so schlechten psychischen Zustand", dass sie natürlich geschont werden müssen.

Den Jungen den sie beide Oberschenkel mit einem Schuss durchschossen haben, kann man selbstverständlich - "mit seinem Einverständnis" ("sonst sperren wir dich ein bis dir die Schwarteln krachen") noch in der Intesivstation verhören.

Es geht abwärts mit diesem Land.

trace route
15
Nein, ich denke vielmehr, der wahre Grund liegt darin, dass die Polizisten so urarg traumatisiert sind. Ich war von Anfang an überzeugt, dass die urarge Traumatisierung der Polizisten einen Tag länger dauern wird als der Abschluss der Befragungen...

des 16-jährigen. Denn nur dann können die Rechtsanwälte der urarg traumatisierten Polizisten ein G'schichterl basteln, das nicht im Widerspruch zu den Aussagen des 16-jährigen steht. Im übrigen konnte der 16-jährige natürlich sofort vernommen werden. Der hat natürlich keine Ausrede, traumatisiert zu sein. Wurde ja bloß gerade sein Kamerad erschossen, und er selbst lebt nur weil der Beamte der auf ihn feuerte, etwas besser (oder schlechter?) gezielt hat. Der 16-jährige hat einfach schlechtere Anwälte. Ansonsten wäre ihm geraten worden, eine Woche nichts zu sagen, bis die Polizisten gezwungen sind, ihr Schweigen aufgrund öffentlichen Drucks zu brechen, und als erstes zu reden.

el gomero
21
den Jungen haben sie ja noch im Krankenhaus in U-Haft genommen

Und er hat ja einer Vernehmung "freiwillig" zugestimmt: "Wennst net redts dann sperren wir dich ein bis dir die Schwartln krachn."

Und ich frag mich wer ist wohl derangierte: Jemand der einen anderen gerade erschossen hat, oder jemand den beide Oberschenkel - mit 1 Schuss!!! - durchschossen wurden.

Vermutlich hat der Bub überhaupt keinen Anwalt und wenn dann nur einen Armen-Anwalt.

trace route
02
Und es ist gekommen, wie wir alle angenommen haben.

Kurz nach Abschluss der Vernehmung des 16-jährigen waren auch die "urarg traumatisierten Polizisten" auf einmal so weit, die Aussagen zu tätigen welche Ihnen ihr Anwalt zu sagen aufgetragen hatte. Ein Schelm, wer denkt dass die Aussagen des Anwalts der urarg traumatisierten Polizisten darauf abgestimmt sein könnten, die Aussagen des 16-jährigen möglichst unglaubwürdig aussehen zu lassen.

modell t5
01
Ich weiß nicht!

Stellen Sie sich vor, Sie wären eine Polizistin und im Zuge eines Einsatzes erschießen Sie jemanden - ob zu Recht oder zu Unrecht muß noch festgestellt werden.

Hätten Sie keine Probleme, wenn Sie im Nachhinein erfahren, dass Sie ein Kind umgelegt haben, möglicherweise sogar ohne Tötungsabsicht, weil Sie zwar woanders hingezielt, aber trotzdem tödlich getroffen haben?

Ich hätte da ein gravierendes Problem, das sicher länger als 2 Tage dauert.

Ich halte es nicht für ein Zeichen von Größe, jemanden von vornherein jede Empathie abzusprechen.

trace route
11
Na klar wird der/die Todesschütze den Schuss bereuen. Das will ich ja wohl doch hoffen!

Aber das ist noch lange kein Grund bzw darf keine Ausrede sein die Aussage so lange hinauszuzögern. Der 16-jährige ist sicher auch traumatisiert. Schließlich wurde gerade sein Freund erschossen, und er selbst hatte bloß überlegt, weil der Schuss der ihn traf ein bisserl tiefer eingeschlagen hat. Es ist peinlich bzw lächerlich, dass der junge Mann VOR den Polizisten befragt wurde. Wer soll da bitte mehr traumatisiert sein? Außerdem ist es komplett absurd, dass über den 16-jährigen die Untersuchtungshaft verhängt wurde. Wegen was denn Bitte? Da gäbe es nach Ö Recht drei Gründe: Flucht Wiederholungs- und Verdunkelungsgefahr. Für den Jugendlichen trifft nichts zu. Die Polizisten sollgten hingegen in U-Haft wegen Verdunkelungsgefahr (Absprache)!

Frank'n'furter ät www.agenda2020.at
03

es wär wirklich gut, mal das ergebnis der untersuchungen und eines ordentlichen gerichtsverfahrens abzuwarten.

dieses mit dem finger in der luft herumdeuten bringt doch nix.

niemand außer den beteiligten weiß was wirklich geschehen ist, und um schuld oder unschuld zu beurteilen gibt es eben die gerichte.

und unter den teppich gekehrt werden kann da nix, dazu ist der öffentliche druck viel zu groß. die schottermizzi hat da ohnehin nix zu melden, und wenn die bandl-oma ne weisung an den staatsanwalt erteilt, kann sie ihre brillen in hinkunft nur mehr im lagerhaus kaufen. das wird sie ned riskieren *g*

eider taus
12
Fr. Fekter!

mein kompliment, ein wahrer goldgriff!

„Ich nehme alles an Personal, was ich kriegen kann."

ein wahres wort gelassen ausgesprochen... hehe

FalscherProphet
11
Jedes zweite Mal Mund aufmachen

kommt irgendein fahrlässiger Schwachsinn aus dem Schottergoscherl:
"Man müsse auch berücksichtigen, dass pro Jahr viele Polizisten im Einsatz schwer verletzt oder getötet werden."

Natürlich werden weltweit jährlich viele Polizisten getötet:
Sehr viele z.B. in den USA - einer od. einige in Deutschland.
Nur in Österreich halt NICHT (abgesehen von Selbstmord).

Frank'n'furter ät www.agenda2020.at
02

nur jedes zweite mal?

Gynophobiker
00
Ich liebe dich mein Österreich !!!!!!!!!

Ironimus
06
diese Woche war doch ein wahres Fest für die Freunde des österreichischen Rechtsempfindens! zunächst durften wir erfahren, dass "jemand der am Watschenbaum rüttelt" (O-Ton dutzender Poster) sich nicht wundern darf, wenn er von vier Schlägern brutalst

verprügelt wird. "Irgendwas wird er schon gemacht haben..."
Und nun werden wir (vermutlich von den Selben) launigst darauf aufmerksam gemacht, dass sich ein Jugendlicher, der Nachts in einen Supermarkt (!) einsteigt, sich nicht wundern darf, wenn er sich eine Kugel in den Rücken einfängt! Das Verhalten war ja auch wirklich dumm! Er hätte auf unsere Todesverachtende Polizei ZULAUFEN sollen! Das hätte sie garantiert in die Flucht geschlagen!
Nun, Gottseidank dürfen feiges Verhalten und mangelnde Zivilcourage in Österreich immer mit Sympathie rechnen. In einem Land der Feiglinge, wo man(n) die Frau schlägt, sich an Kindern vergreift oder sie wegsperrt und zuerst schießt und dann Fragen stellt, kommt das einem medialen Schulterklopfen gleich.

ram shackle
00

Naja aus mangelnder Zivilcourage begibt man sich vermutlich nicht in den dienst des Volkes und als feiger Hund geht man nicht in besagten überfallenen MerkurMarkt....

Micha Do
 
22
"...Das Verhalten war ja auch wirklich dumm! Er hätte auf unsere Todesverachtende Polizei ZULAUFEN sollen!..."

Nein, er hätte nicht einbrechen gehen sollen.

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