Publizistische Hilfssheriffs

6. August 2009, 18:46
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Trostlos sind die Voraus-Freisprüche der Krawallzeitungen

Das Trostlose an der Situation ist ja nicht so sehr, dass unsere Polizei zwei halbwüchsige, unbewaffnete Einbrecher anschießt und einen 14-Jährigen tötet. Das kann unter Umständen nachvollziehbar sein. Das Trostlose sind die schäumenden Voraus-Freisprüche, die in unseren Krawallzeitungen sofort einsetzen. Was, da wagt wer, Fragen zu stellen? Schon wird er von den publizistischen Hilfssheriffs niedergemacht: "Die Kremser Polizisten hatten in der Nacht - leider - keine Zeit für eine stundenlange 'Prüfung', ob das Ziehen ihrer Waffen in der Zehntelsekunde der Konfrontation mit Kriminellen gerechtfertigt sei. Im Dunkeln. Attackiert von zwei jungen Burschen. Im Bewusstsein, dass Ostbanden täglich 20, 30 Coups in NÖ und Wien durchziehen."

Woher weiß der Herr Krawalljournalist, dass die Polizisten (eine war eine Polizistin) von den Burschen "attackiert" wurden (der Getötete wurde in den Rücken getroffen)? Was soll diese "keine Zeit für Prüfung"-Rhetorik? Genau das wird doch in der Ausbildung geübt, oder? Und weil es so viele Einbrüche (auch von Ostbanden) gibt, soll die Polizei sofort losknallen? Auf Einbruch steht noch nicht die Todesstrafe, oder?(Hans Rauscher, DER STANDARD Printausgabe, 07.08.2009)

 

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