Deutschen drohen Mehrkosten wegen Schweinegrippe

6. August 2009, 18:04
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Berlin - Auf die 70 Millionen Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland kommen wegen der Schweinegrippe wahrscheinlich höhere Kosten zu. Die ab Herbst geplante Schutzimpfung wird zwischen 600 Millionen und eine Milliarde Euro kosten. Diesen Betrag wollen die Krankenkassen aber nicht aufbringen. Ihrer Ansicht nach handelt es sich bei der Schutzmaßnahme um eine "klassische Gefahrenabwehr, für deren Durchführung und Finanzierung grundsätzlich die Länder zuständig sind" .

In der Politik sieht man das jedoch anders. Die Impfungen seien eine "Pflichtaufgabe" der Krankenkassen und die Finanzfragen "definitiv" geklärt, heißt es Gesundheitsministerium in Berlin. Wenn Bund und Länder nichts zahlen wollen, dann solle die Gesundheitsministerin wenigstens die Krankenkassenbeiträge anheben, schlagen die Kassen nun vor. Geschehe das nicht, dann drohen die Kassen damit, die Beiträge in Eigenregie in die Höhe zu fahren. Wer zuerst geimpft werden soll, wurde im Gesundheitsministerium bereits festgelegt: Zunächst Schwangere, Übergewichtige und chronisch Kranke, dann alle übrigen Beitragszahler. (bau, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7.8.2009)

 

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